Brennpunkte: Fehlanzeige

Während vielerorts betrunkene Jugendliche zu einem großen Problem geworden sind, sieht die Lage in Traben-Trarbach anders aus. Polizei, Jugendamt und Stadtbürgermeisterin sind zwar auf der Hut - dramatisieren wollen sie die Situation jedoch nicht.

Traben-Trarbach. Das Problem, dass Jugendlichen zu viel Alkohol trinken, sei ihm schon bekannt, sagt Lothar Schneider, Leiter der Polizeiwache Traben-Trarbach. Auch Koma-Partys seien ihm ein Begriff. "Man weiß ja, dass einige Jugendliche ordentlich Alkohol konsumieren. Traben-Trarbach ist schließlich keine Insel." Signifikant sei das Problem in der Stadt jedoch nicht. Die Polizei habe das Thema im Blick, arbeite mit der Verbandsgemeinde und den Jugendämtern zusammen. Man setze sich dafür ein, dass bei Veranstaltungen am Eingang strenge Kontrollen vorgenommen werden. Lücken seien zwar nicht zu vermeiden, allerdings würden die Veranstalter mit ins Boot geholt. Es gebe stets klare Vorgaben in Sachen Zugangskontrollen. "Die Veranstalter sind auf unserer Seite und arbeiten gut mit", sagt Schneider.

Infoveranstaltungen sensibilisieren für Thema



Das bestätigt auch Kreisjugendpfleger Peter Caspers. In speziellen Infoveranstaltungen, die sich an Vereine, Verbände, Schulen, Gaststätten und auch Ortsbürgermeister richten, wird für dieses Thema sensibilisiert. Im Mittelpunkt stünde dabei die Frage, wie man Veranstaltungen jugendsicher gestalten kann. Die Situation in Traben-Trarbach schätzt Caspers nicht dramatisch ein. "Wir müssen uns im Rahmen des Jugendschutzes immer wieder mit diesem Thema beschäftigen. Aber eklatant ist es dort nicht." Der Leiter der Polizeiinspektion Zell, Norbert Bidinger, sieht das ähnlich. Nur ab und an käme mal etwas vor. "Aber direkte Brennpunkte gibt es nicht", sagt Bidinger.

Brennpunkte gar nicht erst entstehen lassen



"Wir versuchen, solche Brennpunkte gar nicht erst entstehen zu lassen", erklärt Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus. "Wir haben sehr aufmerksame Bürger, die darauf hinweisen, wenn irgendwo Alkohol im Spiel ist." Darüber hinaus bestünden gute Kontakte zur Polizei. "Und wenn ich selbst etwas sehe, dann spreche ich die Jugendlichen auch darauf an", sagt die Stadtchefin.

Eine Allgemeinverfügung, wie es sie bereits in anderen Verbandsgemeinden gebe und die verbiete, auf öffentlichen Plätzen Alkohol zu trinken, sei für Traben-Trarbach nicht im Gespräch. Sollte sich die Situation verändern, sei das jedoch die nächste Maßnahme. Pönnighaus: "Bisher sind wir allerdings so über die Runden gekommen."