Bruchweiler möchte Bio-Energiedorf werden

Bruchweiler · Neben dem ambitionierten Modellprojekt "Betreutes Wohnen" planen die Bruchweilerer weitere Schritte, die dazu dienen sollen, die Gemeinde fit für die Zukunft zu machen. Im Mittelpunkt steht das ambitionierte Vorhaben Bio-Energiedorf.

Bruchweiler. Die Gemeinde Bruchweiler (Verbandsgemeinde Herrstein) bewarb sich im Juli 2014 für das Projekt "Bio-Energiedorf" am Institut für angewandtes Stoffstrommanagement der Hochschule Trier am Standort Umweltcampus in Birkenfeld. Vor einem Jahr erhielten zwölf Gemeinden, darunter auch Bruchweiler, die Zusage. Unterstützt wird das Projekt durch Mittel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit drei Coachingveranstaltungen (zwei Workshops und einer Zukunftswerkstatt).
Die Auftaktveranstaltung war am 15. September 2014. Darauf folgten zwei weitere Veranstaltungen im September und Oktober 2014 im Gemeindehaus in Bruchweiler. Mit der Abschlussveranstaltung am 2. Dezember 2014 war der Einstieg ins Thema Bio-Energiedorf abgeschlossen. Mit den beiden Workshops und der Zukunftswerkstatt wurde eine Informationsbasis geschaffen.
Die erste Befragung mit Handzetteln, die zwischenzeitlich an die Bürger der Gemeinde Bruchweiler verteilt wurden, ergab, dass 31 Haushalte an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden möchten und 23 Haushalte noch unentschlossen sind.
Bürger wollen mehr Fakten


"Viele Interessierte wollten verständlicherweise mehr Fakten und genauere Zahlen über die Kosten haben", erläutert Bruchweilers Ortschef Stefan Molz. Aus diesem Grund wurde eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die in den vergangenen Monaten in den Bereichen Technik, Organisation, Finanzierung und Förderung tätig war.
Durch den Besuch der Bio-Energiedörfer Alflen im Landkreis Cochem-Zell und Ober-Kostenz im Rhein-Hunsrück-Kreis in diesem Jahr konnte sich die Arbeitsgruppe von der Machbarkeit eines Nahwärmenetzes in den Gemeinden überzeugen. Bei der jüngsten Sitzung standen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche Arbeitsgruppen sind notwendig und welche Aufgaben abzudecken? Welche Energieträger und Technologien sollen eingesetzt werden? Wie können möglichst viele Bürger für einen Nahwärmeanschluss motiviert werden? Welche Betreiber-, Finanzierungs-, Teilhabe- und Preismodelle sind geeignet? Wo kann eine Heizzentrale errichtet werden, und wo sollte das Wärmenetz verlegt werden? Welche Genehmigungen und Verträge sind erforderlich? Aus diesem Grund sollen zeitnah Vorstandsmitglieder der Energiegenossenschaft Ober-Kostenz zu einer Sitzung eingeladen werden, kündigt Molz an.
Auf die Erfahrung ließe sich aufbauen: Ober-Kostenz hat bereits im Jahr 2014 ein Nahwärmenetz auf Holzhackschnitzelbasis in Betrieb genommen. 250 Einwohner leben in rund 95 Häusern, von denen 70 am rund 4000 Meter langen Netz angeschlossen sind.
Langfristige Planung


"Da die Netzlänge und der Bedarf mit unserem Projekt vergleichbar sind, könnten so viele Berechnungen und Fakten übernommen werden", ist Molz überzeugt.
Die Arbeitsgruppe ist trotz momentan günstiger Heizölpreise zuversichtlich, was die Umsetzung eines Nahwärmenetzes in der Gemeinde Bruchweiler betrifft: "Wir müssen langfristig planen", lautet der Tenor der Mitglieder. Der Ort hat rund 500 Einwohner. red

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort