Brücke
Zum Artikel "Eineinhalb Jahre regeln Ampeln den Verkehr" (TV vom 13. Oktober) schreibt diese Leserin:
Zwischen Ürzig und der Zeltinger Brücke soll wegen des Pfeilerbaus für die Hochmoselbrücke der Verkehr bald einspurig laufen. Wir erfahren, dass dort täglich nur 5500 Autos passieren. Die Einspurigkeit sei problemlos zu verkraften. Die Prognose für die Hochmoselbrücke, die für die Nutzen-Kosten-Berechnung des Bundes ausschlaggebend ist, geht von 13 000 Kraftfahrzeugen pro Tag aus, falls der Hahn vier Millionen Passagiere abfertigen würde. Im vergangenen Jahr waren es rund 2,5 Millionen. Für also etwa doppelt so viel Verkehr wie in Ürzig, wo Einspurigkeit kein Problem ist, soll die Hochmoselbrücke in Autobahndimension an einem tiefgründig bereits ohne Zusatzlast rutschenden Hang ohne Kontakt der Pfeiler zu festem Fels gebaut werden. Die sechs Streifen können laut Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure bis zu 70 000 Kraftfahrzeugen täglich aufnehmen. Wie wäre es, wenn wir statt der vielen PKW-Spuren Umwidmungen vornähmen? Ein Fußweg, ein Radweg, eine Busspur, ein Grünstreifen? Zwei Autospuren würden ja für das bisschen Verkehr locker reichen. Ironie beiseite. Sollten wir nicht endlich mit reellen Zahlen die Wirtschaftlichkeit durchkalkulieren? Müssen wir wirklich eine breite, überteuerte Betonpiste durch eine wunderschöne Landschaft ziehen, um dem gescheitertem Nürburgring und dem verkehrsarmen Hahn mit einer überdimensionierten Rutschbrücke zu verbinden? Ist ein Baustopp nicht wirtschaftlicher als ein Bau ins Ungewisse mit nicht kalkulierbaren Mehrkosten? Im Land gibt\'s Dauerbaustellen, Schlaglöcher, marode Brücken; andere große Verkehrsprojekte haben keine Chance, weil das Verkehrsrinnsal Hochmoselübergang eine Riesensumme aus dem Straßenbautopf in Rheinland-Pfalz bindet. Das hat die Ministerpräsidentin der Industrie- und Handelskammer sehr eindrücklich verdeutlicht. Dr. Elisabeth Reis, Zeltingen-Rachtig (Anmerkung der Redaktion: Die Verfasserin ist zweite Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Mosel)