Brüderle wirbt in Wittlich für FDP

Brüderle wirbt in Wittlich für FDP

Unternehmer, Wirtschaftsvertreter, FDP-Anhänger und Bürger erlebten Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bei einem gut halbstündigen Auftritt in der Firma Clemens.

Prösterchen zum FDP-Gruppenbild: Dr. Edmund Geisen (MdB), Marco Weber (Direktkandidat aus Lissendorf), Rita Wagner (MdL, Direktkandidatin), Rainer Brüderle (Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ), Herbert Mertin (MdL, Spitzenkandidat) und Sandra Heckenberger (Direktkandidatin) in der Firma Clemens. TV-Foto: Klaus Kimmling.

Wittlich. (sos) Der Feind ist politisch grün, der Freund ist der Mittelstand, Deutschland ist "die Wachstumslokomotive für die Europäische Union". Das ist das Fazit des Auftritts von FDP-Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle in Wittlich.

Der beginnt ganz locker. Rund 100 Menschen stehen erwartungsvoll in der Werkhalle. Fünf Minuten vor dem offiziellen Beginn kommt Brüderle ohne Tamtam um die Ecke, macht freundlich mit wachem Blick die Runde und schüttelt Hände wie ein alter Bekannter. So macht auch Gastgeber Bernd Clemens vom weltweit in Weinbau- und Kellertechnik agierenden Betrieb klar: Mit seinem verstorbenen Vater und Firmengründer Bernhard Clemens war Brüderle gut bekannt. "Er hat Sie nach China begleitet und aus Ihrer Hand das Bundesverdienstkreuz erhalten. Wir sind gemeinsam nach Südamerika gereist." Die Verbindungen zu dem Mann, der sich vor seinem heutigen Amt im Land unter anderem für Landwirtschaft und Weinbau engagiert hat und auch mal "Mr. Mittelstand" genannt wird, sind eng. Clemens sagt: "Das ist der Minister, der die Probleme des Mittelstandes kennt und kompetent ist." Darauf gibt es ein Brüderle-Kompliment für die Kleinstadt: "Wittlich ist eine einzige Erfolgsstory."

Das bringt Sympathie genauso wie sein Slogan: "Freiheit, Mittelstand und Fortschritt!" Das stehe für die FDP und halte fit. Das zeige der 94-jährige Ökonomierat Kurt Richter aus Mülheim, der in Wittlich dabei ist: "Und der greift immer zum Telefon, wenn etwas falsch gelaufen ist." Dann folgt eine Rundumschlag-Rede zu der wirtschaftlichen Lage und dem politischen Gegner. Das sind die Grünen mit ihrer "Blockade-Politik". Brüderle nennt "Stuttgart 21". Sein argumentativer Schachzug zum umstrittenen Bahnhofsprojekt: Das Parlament habe über den Afghanistaneinsatz, der 49 Soldaten das Leben gekostet habe entschieden: "Aber um einen Bahnhof zu bauen, brauchen wir eine Volksabstimmung." Ein Zuhörer kritisiert den Vergleich, Brüderle bleibt souverän: "Man kann das anders sehen, das verstehe ich." Derweil nippen die Gäste an Wasser oder Wein. Um Letzteres bittet auch der Redner: "Jetzt bringen Sie mir mal ein Schöppchen Wein."

Typisch Brüderle, der einst auch einen Weltrekord aufstellte: ein Foto mit 1367 Weinköniginnen, eine Weinwerbe-Aktion, die einst belächelt wurde, heute als legendär gilt. Sein Optimismus soll in Wittlich dem FDP-Spitzenkandidaten Herbert Mertin und den Direktkandidatinnen Rita Wagner und Sandra Heckenberger den Rücken im Wahlkampf stärken. Bei Mertins Rede ist Brüderle schon unterwegs nach Luxemburg. Zum Schluss sorgt FDP-Bundestagsabgeordneter Edmund Geisen für einen leidenschaftlichen Akzent. Er ruft: "Bleiben Sie an der Seite der FDP, ich bitte Sie! Wir sind diejenigen, die dafür sorgen, dass die Wirtschaft floriert."

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