Brummis zum Liebhaben

KRÖV. (sim) Sie sind schwer, etwas unbeweglich und ziemlich alt. Von ihren stolzen Besitzern werden sie gepflegt wie Babys. Historische Nutzfahrzeuge sind stets ein Blickfang auf den Straßen. So wie gestern an der Mitelmosel, als 65 der Veteranen bei ihrer neunten Deutschlandtour auch Kröv passierten.

Sie schrauben, tüfteln, hämmern und schweißen leidenschaftlich gerne. Die Besitzer und Fahrer alter Nutzfahrzeuge sind ein ganz besonderer Menschenschlag. Gestern machte ein Teil der Veteranen auf ihre neunten Deutschlandrundfahrt, die von Weltkulturerbe zu Weltkulturerbe führt, in Kröv eine kurze Rast. Die Brüder Achim und Siggi Schneiders aus Kröv, beide begeisterte Oldtimerfans, begrüßten die Fahrer aus Deutschland, Schweiz, Österreich und den Niederlanden an der Weinbrunnenhalle Kröver Nacktarsch mit einem Weinpräsent. Und es gab viel zu bestaunen. Karl-Heinz Loers aus Kaarst hatte seinen Faun L8/38 Z1, Baujahr 1962, dabei - ein acht Tonnen schweres "Ungetüm" mit einer riesigen Nase, unter der sich der 175-PS-Motor verbirgt. Direkt daneben hatte Hans Vohl seinen orangefarbenen Mercedes-Benz LP 333 samt Zwei-Achs-Anhänger geparkt. Das Besondere dieses Fahrzeugs: Es hat einen Dreiachs-Frontlenker mit zwei lenkbaren Vorderachsen. Eine Augenweide auch der Henschel HS 140 ZM, Baujahr 1961, gesteuert von Ernst August Anhalt. Und immer wieder passierten andere, Aufsehen erregende LKW-Veteranen die Bundesstraße: Fabrikate, die es heute teilweise nicht mehr gibt, aber immer noch einen legendären Ruf genießen, wie Büssing, Henschel, Kaelble, Krupp oder Magirus-Deutz. Ältestes Exemplar war übrigens ein Opel Blitz, Baujahr 1943.