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Brunnenkinder sollen in Pohlbach bleiben

Brunnenkinder sollen in Pohlbach bleiben

Mehr als 35 Jahre steht der Margarethenbrunnen im Klausener Ortsteil Pohlbach. Doch er ist marode und bekommt immer weniger Quellwasser. Eine Verlagerung an die Kirche sei billiger und sowieso geplant gewesen, sagt die Gemeinde. Anwohner glauben, dass der Brunnen dort nicht zur Geltung kommt.

Klausen. Der Wittlicher Bildhauer Hanns Scherl (1910 - 2001) hat viele Werke geschaffen - darunter die Pohlbacher Brunnenkinder. Der mit Quellwasser gespeiste Brunnen steht seit Mitte der 1970er Jahre in der Margarethenstraße im Klausener Ortsteil Pohlbach. Doch dies wird nach derzeitigem Stand nicht mehr lange so sein.
Mangelnder Wasserzufluss


Der Gemeinderat des Pilgerortes hat beschlossen, dass er an die Pohlbacher Kirche versetzt werden soll. Dafür gebe es, so Ortsbürgermeister Alois Meyer auf TV-Anfrage, mehrere Gründe: mangelnder Wasserzufluss, Schäden an der Brunnenschale und an den Installationen. Um die Ursache für das fehlende Wasser zu ermitteln, müsste im Bereich des Mühlenwegs die Straße geöffnet werden. Das sei genauso mit Kosten verbunden wie die Beseitigung der Schäden. Meyer: Der Brunnen wurde seinerzeit an der jetzigen Stelle gebaut, weil sich an der Kirche kein geeigneter Platz fand." Die Planung habe dies vorgesehen. Durch den Abriss eines Hauses sei nun Platz vorhanden. Nach Auskunft von Fachleuten sei es billiger, den Brunnen zu versetzen als am derzeitigen Standort zu sanieren.
Viele Anwohner sind gegen die Versetzung und haben dies auch mit ihren Unterschriften bei der Ortsverwaltung gezeigt. Man sei erst von einem schlechten Scherz ausgegangen, sagt Dietmar Mathei. Die Anwohner hätten die Hoffnung gehegt, dass der Margarethenbrunnen, so heißt er im Ort, irgendwann an seinem jetzigen Standort saniert wird. Dass er schon in den 1970er Jahren an die Pohlbacher Kirche sollte, sei ihr neu, sagt Claudia Mathei.
Viele Kinder hätten den Brunnen im Sommer zur Abkühlung genutzt, viele Pilger hätten sich dort erfrischt, sagen die Anwohner. Dass immer weniger Wasser dort ankomme, liege daran, dass ein Landwirt aus einem Brunnen an der Fließstrecke Wasser entnehme. Dazu habe er das Recht, sagt Meyer, Fakt sei aber, dass auch bei dem Landwirt immer weniger Wasser fließe. Die Ursache müsse also woanders liegen.
"Ich verstehe den Sinn dieser Entscheidung nicht", sagt Anwohnerin Sabine Thiel. Der Brunnen werde an der Kirche nicht richtig zur Geltung kommen. Auch deshalb, weil er dann an der viel befahrenen Hauptstraße liege.
Derzeitiger Standort ist eine verkehrsberuhigte Zone, in der nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Der Gemeinderat sei der Meinung, dass der Brunnen an seinem neuen Platz sogar besser zur Geltung komme, erwidert der Ortsbürgermeister. "Außerdem gehört er nicht den Anwohnern, sondern dem ganzen Dorf."
Er sei bei diesem Thema grundsätzlich offen, aber es gebe kein Sachargument für den Verbleib am jetzigen Ort. Vermutlich im Frühjahr 2013 soll der Umzug stattfinden.