Buddha-Museum in Traben-Trarbach ill sich mehr öffnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Kultur in Traben-Trarbach : Buddha-Museum mit einzigartiger Kunstsammlung besteht seit zehn Jahren

Das einzigartige Kunstsammlung in Traben-Trarbach gibt es seit zehn Jahren. Einzelne Exponate werden verkauft, die Eintrittspreise gesenkt.

Es ist ein einzigartiges Museum – einzigartig in Deutschland, einzigartig in Europa, vermutlich auch einzigartig in der ganzen Welt. Das Buddha-Museum in Traben-Trarbach beherbergt rund 2000 Statuen des Mannes, der die Weltreligion des Buddhismus begründete. „Der Erwachte“, so die Übersetzung von Buddha, lebte um 500 vor Christus in Nordindien.

Vor knapp zehn Jahren wurde das Museum eröffnet. Gegründet hat es der Unternehmer Wolfgang Preuß. Dafür sanierte er die völlig heruntergekommene ehemalige Jugendstil-Kellerei Kayser in Traben-Trarbach. Preuß, der im April 2018 starb, hat in Traben-Trarbach Spuren hinterlassen, die die Stadt weit über die Region hinaus bekannt gemacht haben.

Von Beginn an leitet Lydia Unger das Buddha-Museum. Die gebürtige Triererin lebte und arbeitete zuvor 26 Jahre in Spanien und Argentinien. Das Buddha-Museum gehört der Familie Preuß – Brigitte Preuß, Tochter Carina und Sohn Stephan. Brigitte und Carina Preuß führen das Luxushotel Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach.

Von der Dachterrasse des Buddha-Museums hat man einen herrlichen Blick auf Traben-Trarbach. Foto: TV/Winfried Simon

Preuß machte auch die einst baufällige Großkellerei Vollmar und eine marode historische Villa direkt nebenan wieder zu städtebaulichen Schmuckstücken. Dort befinden sich immer noch zahlreiche Buddha-Statuen, die Preuß erwarb und die nicht alle im Museum gezeigt werden können.

Inzwischen trennt sich die Familie von zahlreichen Exponaten – Figuren im Wert zwischen 30 und 3000 Euro.

Einige Buddha-Statuen sind bis zu vier Meter groß und wiegen mehrere Tonnen. Foto: TV/Winfried Simon

Am vergangenen Wochenende fand eine Verkaufsveranstaltung im Museumsdepot in der Wildbadstraße 46 statt, weitere folgen am 12. und 13. Oktober sowie am 18. und 20. Oktober.

Zurück zum Buddha-Museum am Bruno Möhring-Platz ausgangs von Trarbach, Richtung Wolf: Seit der Eröffnung vor zehn Jahren habe sich viel getan, erklärt Museumsleiterin Lydia Unger. Zahlreiche und vor allem sehr wertvolle Exponate sind in dieser Zeit hinzugekommen. So verfügt das Haus über fünf der ältesten Buddha-Statuen, die Buddha als Mensch darstellen.

Sie sind rund 2000 Jahre alt – und unverkäuflich. Sie stammen aus dem Grenzgebiet von Afghanistan/Pakistan. Eine Sammlung von Figuren aus Kambodscha, erklärt Lydia Unger, würde sogar ein eigenes Museum rechtfertigen.

Das Besondere: Wer das Buddha-Museum besucht, erfährt auch viel über die buddhistische Lehre, Kunst, Ästhetik und Weltsicht. Die Ausstellungsfläche von 4000 Quadratmetern inklusive Innenhof und Dachterrasse beherbergt eine Vielzahl von Bildern, Skulpturen und Objekten der drei buddhistischen Hauptrichtungen: Theravada, Mahayana und Vajrayana. Erklärt wird zum Beispiel die Bedeutung der Handgesten der Buddhafiguren. Unterteilt ist die Ausstellung unter anderem in die Herkunftsländer der Figuren, manche sind tonnenschwer und überdimensional groß: China, Indien, Burma, Kambodscha, Ceylon, Thailand, Japan, Nepal, Tibet. Preuß hatte mit Claus Rettig eigens einen ausgewiesenen Experten für fernöstliche Kunst, Philosophie und Religion engagiert, der die Ausstellung wissenschaftlich betreute. Rettig hat zwei Kompendien über die im Buddha-Museum gezeigten Exponate verfasst.

Für Wolfgang Preuß war die Weisheitslehre und Philosophie des Buddhismus eine Herzensangelegenheit. Mit dem Museum verwirklichte er sich einen Traum. Den Eintrittspreis von 15 Euro für Erwachsene hatte er bewusst hoch angesetzt, um nur Menschen ins Museum zu locken, die ein echtes Interesse an den Exponaten haben und einen Einblick in den Buddhismus erhalten wollen. Lydia Unger berichtet, dass pro Jahr etwa 10 000 Besucher ins Museum kommen.

Doch in naher Zukunft will sich das Museum auch für breitere Bevölkerungschichten öffnen, will, dass mehr Besucher kommen. Die Eintrittspreise sollen gesenkt werden, das Museum offensiver vermarktet werden.

Buddha-Statuen. Foto: TV/Winfried Simon

Derzeit wird außen am Gebäude ein großer Schriftzug „Buddha-Museum“ angebracht. Die Museumsleiterin Lydia Unger weiß, dass mehr Besucher auch mehr Probleme mit sich bringen. So müsste möglicherweise Sicherheitspersonal eingestellt werden. Unger: „Das ist alles gut zu überlegen. Wir wollen uns nicht verstecken, es soll aber auch kein Disneyland werden.“

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