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Büdlich ist aktiv gegen Insektensterben und für Artenvielfalt

Ökologie : Bürger engagieren sich für Artenvielfalt: Büdlich wird bunter

Ortsgemeinde will etwas für die Artenvielfalt tun und bienenfreundlich werden. Dabei hilft auch ein Landesprogramm.

Büdlich soll bunter werden. Diese Ziel hatte sich eine Gemeinschaft von Büdlichern gesetzt, die sich zu einem Netzwerk „Blühende Landschaft“ zusammengeschlossen hatten. Die Absicht der Gruppe, bei der unter anderem Ortsbürgermeister Jörg Schönenberger und seine Ehefrau Beatrice und der Beigeordnete Andreas Paulus und dessen Ehefrau Sonja engagieren, ist allerdings nicht nur, mehr Farbe in das 210-Einwohner-Dorf zu bekommen.

Es geht vor allem darum, im Rahmen der Dorferneuerung etwas gegen das Insektensterben und für die Artenvielfalt (Biodiversität) zu tun. Dieser Wunsch wurde zudem auch von Bürgern und dem Arbeitskreis Umwelt und Tourismus geäußert. Man traf sich öfter und beratschlagte, erzählt der Ortsbürgermeister, und stellte das Vorhaben schließlich auch im Ortsgemeinderat vor. Dort stieß man auf offene Ohren.

Büdlich habe bereits jetzt wertvolle Magerwiesen, sagt Schönenberger. Da wachsen Pflanzen wie etwa Wilder Thymian, Gundermann, Mäuseohr und Ehrenpreis. Dennoch könne man den ökologischen Wert weiter verbessern.

Das erste und einfachste Vorhaben war es denn auch, gemeindeeigene Flächen deutlich seltener, am besten nur noch ein- bis zweimal im Jahr zu mähen. Und zwar erst dann, wenn die Blüte vorüber ist, damit die Insekten auch Nahrung finden. Als Ergänzung oder Alternative zum Mähverzicht kann man auch geeignete Samenmischungen auf die fraglichen Wiesen ausbringen.

2018 wurde die Initiative gegründet. „Und 2019 und 2020 haben wir schon tolle Wiesen gehabt“, freut sich Schönenberger. Bei der Aufwertung der Wiesen sollte es nicht bleiben. Natürlich hätten die Büdlicher gern auch insektenfreundliche Bäume und Sträucher, „aber das ist ein großer Aufwand“, blickt der 47-Jährige zurück. Das wollten die Büdlicher peu à peu angehen.

Und dann kam eine Portion Glück ins Spiel. Schönenberger, hauptamtlich stellvertretender Schulleiter an einer Förderschule, bekam ein Schreiben vom Landesinnenministerium auf den Tisch, wo auf ein sogenanntes Dorfdurchgrünungsprogramm hingewiesen wurde. Schönenberger war klar: „Das könnte den Prozess erheblich beschleunigen.“

 Foto: Julia Lauer
Foto: Julia Lauer Foto: Julia Lauer

Der Antrag wurde gestellt, und auf Anhieb bekamen die Büdlicher 14 800 Euro. Eine Bedingung ist an das Geld geknüpft: Gefördert wird mit 80 Prozent, 20 Prozent muss die Gemeinde selbst aufbringen. Das habe man in Form von Eigenleistungen gemacht. Im vergangenen Jahr haben die Büdlicher, beraten vom Gartenexperten Gerd Tholl, Sträucher und Stauden angepflanzt, unter anderem Schneeball, Pfaffenhütchen und Felsenbirne. Schönenberger staunt: „Da hat sich schon viel getan.“ Im Frühjahr sollen noch regionaltypische Obstbäume gepflanzt werden. Doch nicht nur die Insekten sollen es in Büdlich gut haben. Geplant sind auch Flächen im Grünen, wo Bänke und Tische aufgestellt werden müssen, damit Menschen sich begegnen können. Auch ein Bouleplatz ist im Entstehen begriffen.