Bürger beharrt auf Barfußtagen

Hubertus Schulze-Neuhoff lässt nicht locker: Er will, dass in Traben-Trarbach ein Barfußpfad angelegt wird und plant sogar, am 4. und 11. September die ersten "Traben-Trarbacher Barfußtage" auszurichten. Die Stadt wird sich allerdings an dem Projekt nicht beteiligen.

Traben-Trarbach. (sim) Hubertus Schulze-Neuhoff ist ein rühriger Mann. Der Pensionär sprüht vor Ideen, wenn es darum geht, seine frühere Heimatstadt Traben-Trarbach für Gäste und Einheimische attraktiver zu machen. Vor über zehn Jahren rief er die Wanderveranstaltung "Mittelmosel-Schanzentour" ins Leben, und mit seinen Quellenfreunden baute er ein Fußbadebecken und eine Trinkwasser-Zapfstelle am Thermalstollen. Der im Jahr 2006 gegründete "Freundeskreis der Quellenfreunde" hat noch Größeres vor. Er will auf einem Wiesengrundstück der Stadt, etwa 100 Meter oberhalb der Moseltherme, einen Barfußpfad am Bach errichten. Es wäre, so Schulze-Neuhoff, der erste an der Mosel. Solche Barfußpfade sind Erlebnisstrecken mit unterschiedlichen Bodenbelägen, wie gerundetes Kopfsteinpflaster, massierende Kieselsteine und Schlammstrecken, die zum Fühlen und Wohlfühlen einladen.

Wie bei den meisten seiner Projekte hofft Schulze-Neuhoff auch diesmal wieder auf Unterstützung seitens der Stadt. Sie soll unter anderem für den Barfußpfad ein städtisches Grundstück und auch finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Schulze-Neuhoff hat seine Idee nun erneut im Stadtrat während der Einwohnerfragestunde mit wenigen Worten vorgetragen. Der Bürgermeisterin und den Fraktionssprechern überreichte er eine in Stichworten formulierte schriftliche Abhandlung. Schulze-Neuhoffs Wunsch: Am 4. und 11. September sollen in Traben-Trarbach die ersten Barfußtage mit geführten Wanderungen stattfinden. Schulze-Neuhoff hofft, dass bis dahin der Barfußpfad fertig ist, und er setzt dabei auch auf die Mithilfe von Bürgern. Diese könnten mit Geldspenden und Arbeitseinsatz helfen, das Projekt zu realisieren.

Doch Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus ist von dem neuesten Projekt des jetzt in Starkenburg wohnenden Pensionärs wenig begeistert. Sie ist inzwischen genervt von dem ständigen Vorpreschen des ehemaligen Traben-Trarbachers. Schulze-Neuhoff habe zwar viele Ideen, wenn es aber um die Realisierung gehe, müssten stets andere ran. Pönnighaus: "In seinem Überschwang übersieht er oft das Ganze nicht, und er handelt oft sehr eigenmächtig." Die Bürgermeisterin hat ihm nun auf seine im Stadtrat vorgetragenen Anregungen schriftlich geantwortet. Darin heißt es: "Die von Ihnen geplanten Barfußtage in Traben-Trarbach sind Ihre private Angelegenheit. Die Stadt Traben-Trarbach und die Tourist-Information werden sich daran nicht beteiligen."