Bürger haben klare Vorstellungen

Was wünschen sich die Traben-Trarbacher für ihre Stadt? Der TV hat beim Neujahrsempfang nachgefragt. Wie wichtig die freiwillige Mitarbeit ist, stellte Stadtbürgermeister Patrice Langer in seiner Rede heraus.

Die Bürger kommen gerne zum Neujahrsempfang der Stadt Traben-Trarbach. TV-Fotos (2):; Clemens Beckmann. Foto: (m_mo )

Traben-Trarbach. Die Bürger von Traben-Trarbach sind besser dran als die sie vertretenden Stadtratsmitglieder - zumindest in einem Punkt. Die Räte mussten vor einigen Wochen für Wein und Imbiss, mit dem sie traditionell die Haushaltsberatung beendeten, einen Obolus entrichten. Für die Bürger, die zum Neujahrsempfang kommen, sind Wein und Speckkuchen kostenlos. Schließlich, so Stadtoberhaupt Patrice Langer, trägt jeder der etwas mehr als 5800 Bürger je 827 Euro der Schulden der Kommune.
Die Stimmung ist trotzdem gut unter Feuerwehrleuten, Karnevalisten, Sportlern, Stadtschrötern und Sponheimer Musketieren sowie vielen weiteren Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren. Langer hebe diese Mitarbeit hervor. In einer Stadt, in der die freiwilligen Leistungen von anderen Stellen auf das absolut Notwendigste beschränkt werden, ist das von besonderer Bedeutung.
"Wo sollen wir noch sparen? Vielleicht sollten wir Lotto spielen. Aber das wäre ja auch eine freiwillige Ausgabe", sagt Langer. Doch er hat auch gute Nachrichten. "Alle rechtlichen Hürden für das Baugebiet Königsberg sind genommen. Jetzt geht es in die Feinabstimmung."
Und: Das Engagement für eine attraktivere Ausstattung der Skateranlage am Sportplatz trägt Früchte. Mehr als 3000 Euro sind bereits zusammengekommen (Berichte über beide Projekte folgen).
Der TV hat Bürger nach ihren Wünschen und Prioritäten gefragt. Hugo Gutjahr wünscht, dass Traben-Trarbach eine sichere Stadt bleibt und die Polizeiwache behält. Außerdem hofft der ehemalige Polizist auf die Sanierung der Grevenburg und der Festung Mont Royal. Ulla Schnitzius möchte dass sich Traben und Trarbach wieder auf Augenhöhe begegnen. In Trarbach liege derzeit vieles im Argen. Manche bauliche Veränderung gehe auch zu langsam voran. Die Stadtführerin würde es außerdem begrüßen, wenn die Themenführungen im Kostüm angeboten würden. Dr. Helmut Pönnighaus hofft, dass der alte Konflikt zwischen Traben und Trarbach nicht wieder aufflammt. Enttäuscht ist er über die Schließung des Krankenhauses. Und er hat Angst, dass sich die vollmundigen Ankündungen für die Zukunft nicht erfüllen.
Karnevalsvorsitzender Uwe Ohrem hofft, dass der gute Geist unter den Vereinen erhalten bleibt. Auch er betrachtet mit Skepsis, was sich bei der medizinischen Versorgung tut. Altbürgermeister Klaus Weinmann stellt die Grevenburg an erste Stelle. Die Hälfte der Legislaturperiode im Stadtrat ist rum. Die Zeit davor war geprägt von Grabenkämpfen und Scharmützeln. Alle Gesprächspartner sprechen von einem neuen Klima. "Es konnte auch nur besser werden. Keiner stellt sich mehr in den Vordergrund", sagt Ulla Schnitzius.
"Es gibt keine Beleidigungen mehr", berichtet Helmut Pönnighaus. Die Bürger haben ein gutes Gespür für das was in ihrer Stadt passiert. Und sie sind keine Utopisten. cb

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