Bürger machen sich für Morbach stark

Bürger machen sich für Morbach stark

„Die Kommunalreform ist in Thalfang das Gesprächsthema. Es kommt immer wieder auf. Viele wollen nach Morbach, aber kaum einer traut sich, das laut auszusprechen“, sagt Brunhilde Thelen aus Thalfang.

Und wegen dieser angespannten Lage habe sie mit ihrem Mann eine Unterschriftenliste organisiert. "Wir haben beschlossen, den Mund aufzumachen. Wir haben eine E-Mail mit einer Erklärung aufgesetzt, in der wir uns für einen Anschluss an Morbach aussprechen und diese im Freundeskreis verschickt. Nach nur vier Tagen hatten wir 122 Rückmeldungen. Jeder war bereit, die Petition zu unterschreiben. Da ist aus einem kleinen Schneeball ein großer geworden", freut sich Thelen. Mit einer so hohen Beteiligung habe sie nicht gerechnet. "Die Thalfanger Ortsgemeinden, die sich Morbach anschließen wollen, sollen wissen, dass die Bürger hinter ihnen stehen", sagt Brunhilde Thelen. Dabei gehe es ihr nicht darum, die Schulden gegeneinander aufzurechnen, sondern um eine allgemeine Einschätzung der Lage. "Es geht doch um das, was man sieht. Fahren sie mal durch Morbach und schauen sie sich die Dörfer an", sagt sie. Sie und die Unterzeichner wollen mit der Petition ein öffentliches Zeichen setzen. Was besagt nun der offene Brief "Thalfanger Bürger Pro Morbach"? Er erklärt die Beweggründe der Unterzeichner, sich für einen Wechsel nach Morbach auszusprechen. Dazu zählen mehrere Aspekte. Mit dem Wechsel nach Morbach würde Thalfang innerhalb der bestehenden Kreisgrenzen bleiben. Die Gemeinden mit gemeinsamer Grenze könnten natürlich zusammenwachsen. Die Attraktivität für Bürger und Touristen könne sich durch ein Freibad (in Morbach) und ein Hallenbad (in Thalfang) steigern. Die bisherige große Gemeinde Morbach würde sich als lebendig, kreativ und aktiv darstellen. Die Bürger der Morbacher Ortsteile würden sich positiv über ihre Gemeindestruktur äußern. Morbach habe schmucke, saubere und ansprechend gestaltete Dörfer. Bereits bestehende Fusionen könnten weitergeführt werden, darunter die der evangelischen Kirchengemeinde ebenso wie die der katholischen Gemeinden. Für Thalfang bliebe die Realschule plus erhalten, da der Kreis sie dann übernimmt.

Auch die Grundschule und die beiden Kitas in Thalfang würden weiter - auch bei einer Fusion - gebraucht. Thelen weist in diesem Zusammenhang auf Gerüchte hin, die Schulen könnten geschlossen werden. Auch die Vertretung der Thalfanger Dörfer wäre in einem neuen Gemeinderat Morbach-Thalfang gewährleistet. Die Gegner einer Fusion mit Morbach weisen hingegen auf den Verlust der Finanzhoheit der Dörfer hin, wenn sie sich einer verbandsfreien Gemeinde anschließen (Thalfang ist eine Verbandsgemeinde). Dem entgegnet Thelen, dass die Selbstständigkeit der Ortsgemeinden nicht automatisch "große oder unbegrenzte Handlungsmöglichkeiten" biete, da die Finanzmittel der Dörfer ohnehin beschränkt seien. Für einen Wechsel nach Morbach haben sich in der Verbandsgemeinde Thalfang inzwischen neun Orte, inklusive des Hauptortes Thalfang positioniert: Horath (416 Einwohner), Gräfendhron (107), Gielert (159), Etgert (64), Rorodt (48), Immert (152), Thalfang (1834), Deuselbach (260) und Dhronecken (121).

In eine andere Richtung, nach Schweich, wollen : Heidenburg (718) und Büdlich (219). Breit (284) will ebenso nach Schweich, ansonsten in die Verbandsgemeinde Hermeskeil. Und in diese Gemeinde im Süden wollen ebenfalls Neunkirchen (162) und Malborn (1355). Noch unentschieden sind die Dörfer in einer geografischen Pufferzone zwischen Norden (Morbach-Wechsler) und Süden (Hermeskeil/Schweich-Wechsler), die großenteils gemeinsame Grenzen mit beiden Zonen haben: Berglicht (438), Schönberg (227), Talling (206), Lückenburg (89), Burtscheid (117) und Hilscheid (241). Merschbach hingegen grenzt an Morbach und an Gemeinden, die nach Morbach wollen.

Dhronecken hingegen kann nur dann nach Morbach wechseln, wenn sich das neutrale Hilscheid auch für Morbach entscheidet. Die Option eines Anschlusses an Bernkastel-Kues ist inzwischen vom Tisch, da Horath, das als einziges Dorf eine Grenze mit Bernkastel-Kues hat, sich für Morbach entschieden hat. Burkhard Graul, Ortsbürgermeister von Thalfang, begrüßt die Initiative von Brunhilde und Edwin Thelen. Er sagt auf TV-Nachfrage: "Ich habe selbst mit unterschrieben, da wir auch im Gemeinderat Thalfang einen klaren Beschluss haben. Das ist der beste Weg." Wer unterschrieben hat, kann man nachlesen unter www.volksfreund.de/extra

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