Bürger, Mitarbeiter und Politiker kämpfen für das Zeller Krankenhaus

Insolvenz : Bürger, Mitarbeiter und Politiker kämpfen für das Zeller Krankenhaus

Auf dem Klinikgelände auf dem Zeller Barl findet am Sonntag, 10. März, eine große Kundgebung statt – für den Erhalt des Krankenhauses, das verkauft werden soll.

Politiker aller im VG-Rat Zell vertretenen Parteien rufen für Sonntag, 10. März, 14 Uhr, auf dem Gelände des Krankenhauses Zell zu einer Kundgebung unter dem Motto „Alle zusammen für das Krankenhaus Zell“ auf. Mit dieser Kundgebung soll durch die Bevölkerung ein starkes Signal aus der Region für den Erhalt des Krankenhauses und der knapp 300 Arbeitsplätze gegeben werden.

Wie berichtet, soll das Klinikum Mittelmosel verkauft werden oder der Träger, die Katharina-Kasper-ViaSalus GmbH, findet einen finanzstarken konfessionellen Partner, mit dessen Hilfe das defizitäre Haus wirtschaftlich auf solide Füße gestellt werden kann. So haben es der Gläubigerausschuss und die insolvente ViaSalus entschieden. Sanierer Dr. Rainer Wichels hat bereits klar gemacht, dass es Kündigungen geben wird. Der Personalabbau solle aber „sozial verträglich“ vonstatten gehen. Das heißt, dass es Abfindungen und eine Transfergesellschaft geben werde. Der Gläubigerausschuss habe, so Wichels, dafür gesorgt, dass dafür ausreichend Geld zur Verfügung steht. Wie viel Personal abgebaut werde, werde erst im Lauf des März bekannt gegeben.

 Unterstützt wird die Kundgebung  von der Verbandsgemeinde Zell. Der VG-Rat hat ferner einstimmig eine Resolution zum Krankenhaus Zell verabschiedet, die auch von einer Reihe von Firmen und Vereinen aus der VG Zell unterstützt und mitgetragen wird.

In der Resolution heißt es unter anderem: „Der Verbandsgemeinderat bekennt sich ausdrücklich und ohne Wenn und Aber zum Klinikum Mittelmosel. Es hat eine herausragende Bedeutung für die medizinische und pflegerische Versorgung der Menschen in der Region und ist damit wesentlicher, unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und Eckpfeiler der medizinischen Versorgung. Die Einrichtung sichert für die Menschen in der Region die sehr wichtige Grund- und Regelversorgung Eine Schließung der Einrichtung würde für die Menschen in der Region wesentliche Nachteile in ihrer medizinischen Versorgung mit sich bringen.

Der Rat appelliert an die Geschäftsführung der Katharina Kasper ViaSalus GmbH, sowie den Sachwalter der Gläubiger, bei der anstehenden Restrukturierung und Neuaufstellung neben der unbestritten notwendigen betriebswirtschaftlichen Betrachtung auch den Versorgungsauftrag für die Region und damit die wohnortnahe stationären medizinischen Versorgung im Blick zu behalten. Im Sanierungsplan dürften nicht ausschließlich betriebswirtschaftliche Kennzahlen eine Rolle spielen. Eine Schließung der Einrichtung dürfe auf keinen Fall das Ergebnis der Neustrukturierung sein.

Ferner appelliert der Rat an die Krankenkassen als Kostenträger, die auskömmliche Finanzierung von kleineren Krankenhäusern im ländlichen Raum wie in Zell sicherzustellen. Der VG-Rat appelliert an die Landesregierung, sich für den Erhalt des Klinikums einzusetzen. Eine Schließung würde allen erklärten Zielsetzungen, den ländlichen Raum zu stärken, zuwider laufen.

Der Verbandsgemeinderat appelliert an die Träger der beiden Krankenhäuser in Zell und Cochem, Möglichkeiten der Kooperation beider Häuser verstärkt zu prüfen um Synergieeffekte auszuloten.

Der Verbandsgemeinderat erklärt sich solidarisch mit den im Klinikum tätigen Menschen. Die Ärzte, Pflegekräfte und alle anderen Mitarbeiter hätten all die Jahre mit großem Engagement sehr gute und kompetente Arbeit für die Patienten geleistet und den guten Ruf der Einrichtung begründet.

Der VG-Rat Traben-Trarbach wird auf seiner Sitzung am Donnerstag, 7. März, 17 Uhr, im Gemeindehaus Kövenig ebenfalls eine Resolution zum Erhalt des Klinikums Mittelmosel verabschieden.

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