Bürger von Esch können ruhiger schlafen

Esch · Höher, länger, bunter: Die neue Mauer zwischen der Autobahn 1 und der Gemeinde Esch zum Schutz vor Verkehrslärm steht - und bekommt derzeit in Brillantblau, Patinagrün und Braunbeige ihren letzten Anstrich.

 Ohrstöpsel wegen des Autobahnlärms werden die Bürger von Esch nun wohl seltener brauchen. Manche leben – wie hier in der Grafenstraße – nur wenige Meter von der Lärmschutzwand entfernt. TV-Foto: Ursula Quickert

Ohrstöpsel wegen des Autobahnlärms werden die Bürger von Esch nun wohl seltener brauchen. Manche leben – wie hier in der Grafenstraße – nur wenige Meter von der Lärmschutzwand entfernt. TV-Foto: Ursula Quickert

Esch. Es dauert noch sechs Wochen, bis die Escher "Stille Nacht, Heilige Nacht" singen können. Ruhiger sind vor allem für die Bewohner des Neubaugebiets In Altesch die Nächte aber schon geworden. Denn seit einigen Tagen ist die neue Lärmschutzwand zur A 1 hin komplett. Etwa ein halbes Jahr haben die Bauarbeiten gedauert - und zwei Millionen Euro gekostet. Was hat es gebracht?Geteiltes Echo

"Wir hätten uns mehr davon versprochen. Hier spürt man gar keine Verbesserung", sagt eine Anwohnerin der Römerstraße, die nicht namentlich genannt werden will. Ortsbürgermeister Peter Body berichtet von einem geteilten Echo. Dass manche Bürger keine Verbesserung bemerken, erklärt er sich mit dem gesenkten Tempolimit während der Bauphase. Nun könnten die Autos wieder schneller fahren - wenn auch wegen der Malerarbeiten derzeit nur hundert Stundenkilometer - und damit sei der Lärmpegel höher. Aus dem Neubaugebiet In Altesch hört man dagegen viel Gutes: "Der Neubau der Mauer hat etwas gebracht", sagt zum Beispiel Anwohner Helmut Jeckel. Auch Martha Klar, die in der Grafenstraße lebt, ist zufrieden, "und wenn erst mal wieder Laub an den Bäumen ist, sieht es auch natürlicher aus". Viele Bäume und Hecken sind den Bauarbeiten zum Opfer gefallen. Ein Grund, warum die Mauer für so manchen Escher optisch arg gewaltig wirkt, so auch für Heike Martin: "So eingemauert zu sein, das sieht seltsam aus." Body ist sicher, dass sich dieser Eindruck ändert, wenn die Pflanzen nachgewachsen sind. Zuvor bekommt die Mauer noch den gleichen Anstrich wie zur Autobahn hin: brilliantblau, patinagrün und braunbeige im Wechsel. Der Neubau war nötig geworden, da die alte, 1981 erbaute Lärmschutzwand aus Aluminium-Kassetten porös und rissig geworden war. Zudem entsprach sie nicht mehr den Erfordernissen, die sich aus schalltechnischen Berechnungen vom März 2009 ergaben. Neue Mauer 1028 Meter lang

Damals waren die Grenzwerte an 23 Gebäuden überschritten worden. Besonders betroffen ist das Areal um das Bürgerhaus, das nur wenige Meter von der Autobahn entfernt ist. Die alte Mauer war 531 Meter lang und 1 bis 3,5 Meter hoch. Die neue, 1028 Meter lange Mauer führt teilweise direkt am Fahrbahnrand entlang und ist dort stellenweise drei oder vier Meter hoch. Auf 426 Metern steht sie auf einem Erdwall und hat dort eine Höhe von 6,50 Metern. Zudem führt sie im rechten Winkel ein kleines Stück an der L 47 entlang. An der Unterführung Im Weiher besteht die Lärmschutzwand statt aus Lava-Leichtbeton aus Acrylglas. Eine neue Messung, wie laut es in Esch nun tatsächlich ist, wird es nach Auskunft von Body übrigens nicht geben. Video untervolksfreund.de/videos

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