Bürger wehren sich gegen Schießstandprojekt

Bürger wehren sich gegen Schießstandprojekt

Bei einer Bürgerversammlung in Landscheid (Verbandsgemeinde Wittlich-Land) haben Verbandsbürgermeister Christoph Holkenbrink und ein Architektenbüro am Mittwochabend vor 300 interessierten Bürgern die Planungen zum Ausbau der Schießanlage erläutert. Gegner des Bauvorhabens befürchten eine erhöhte Lärmbelastung für die Anwohner. Auch die bisherige Öffentlichkeitsbeteiligung wurde kritisiert.

Mehr als 300 betroffene Bürger sind in die Eifellandhalle nach Landscheid zur ersten öffentlichen Anhörung eines Bauprojekts gekommen. In dem Eifelort soll ein Schießstand ausgebaut werden. Verbandsbürgermeister Christoph Holkenbrink erläuterte den Bürgern das Planungsverfahren und die Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung. Anschließend stellte ein Architekturbüro die Planung vor, die einen Schießstand mit Übernachtungsmöglichkeiten, 120 Parkplätzen, Gastronomiebetrieb und Geschäften vorsieht. Bisher ist dort ein aus den 1970er Jahren stammender Schießstand des Wurftaubenclubs Landscheid, der wenig genutzt wird.

Die Lärmbelastung sei innerhalb der gesetzlichen Normen, versicherten Vertreter der Verbandsgemeinde und der SGD Nord. Das Architekturbüro des Investors erläuterte, dass 19200 Schuss am Tag die theoretische Höchststufe sei, die das Gesetz erlaube. Allerdings sei das nur ein rechnerischer Wert. Die Anlage könne selbst maximal 7400 Schuss am Tag leisten. Man würde aber unter diesem Betrag bleiben, zumal man ohnehin 20 Prozent unter dem gesetzlich erlaubten Wert sei. Damit würde die rechtlich zulässige Belastung um 5 dB unterschritten.

Nach zwei Stunden Vortrag konnten die Anwohner Fragen stellen. Es entwickelte sich eine äußerst lebhafte Diskussion, in der Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Schießstand, Anlieger und Vertreter der Abtei Himmerod ihre Bedenken äußerten. Knackpunkt war, dass der Schießstand eine sowohl an Werktagen als auch an Wochentagen gültige Betriebserlaubnis habe. Anlieger fürchteten Dauerlärm, der sich bis Großlittgen, Mußweiler, die Abtei Himmerod und weitere Orte ausbreiten würde. Bürgermeister Karl-Heinz Hubo aus Grolittgen verlas eine Resolution, die sein Gemeinderat verfasst hat. Darin wird ein sofortiger Stopp des Projekts gefordert.

Auch das bislang laufende Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde infrage gestellt. Seit zweieinhalb Jahren habe es keine Öffentlichkeitsbeteiligung mehr gegeben. Das Projekt sei 2012 völlig überraschend, ohne auf der Tagesordnung zu stehen, von Ortsbürgermeister Ewald Heck auf einer Sitzung des Gemeinderates angesprochen worden. Heck habe damals behauptet, dass der Schießstand wegen Bleikontamination dringend saniert werden müsse. Das könne die Gemeinde bis zu 600 000 Euro kosten. Es habe sich aber kurzfristig ein Investor gefunden, der die Kosten übernehmen könne, wenn die Gemeinde ihm erlaube, dort einen modernen, gewinnorientierten Schießstand zu bauen. Die Anhörung endete erst kurz vor Mitternacht.