1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Bürgermeister beendet das Jahr sehr emotional

Bürgermeister beendet das Jahr sehr emotional

Im Verbandsgemeinderat Traben-Trarbach herrscht meist große Einigkeit. Anders sieht es im Stadtrat aus, wo die CDU uneins ist und einige Leute Bürgermeister Ulrich K. Weisgerber aus dem Amt drängen möchten. Der Verwaltungschef beklagte im VG-Rat in einer eindringlichen Rede vor allem das Geschehen hinter den Kulissen.

Traben-Trarbach. Der Dank für die Arbeit im Jahr 2013 und die guten Wünsche für Weihnachten und das neue Jahre sind ausgetauscht. Bürgermeister Ulrich K. Weisgerber (CDU) könnte die öffentliche Sitzung des Verbandsgemeinderates Traben-Trarbach beenden. Doch es ist zu spüren, dass er noch ein Anliegen hat. Es wird emotional. "Es ist Zeit, noch einmal für die Unterstützung in nicht immer einfachen Zeiten zu danken", sagt Weisgerber. "Es war oft grenzwertig oder ging auch darüber hinaus." Vieles sei hinter den Kulissen gelaufen und von den Bürgern gar nicht bemerkt worden. Weisgerber: "Manches ist unvorstellbar."
Er nennt keine Namen, doch jeder im Sitzungssaal des alten Trarbacher Rathauses weiß, wer gemeint ist. Einige Kollegen aus der eigenen Partei, an der Spitze Jürgen Römer.
Die haben in den vergangenen beiden Jahren versucht den Verwaltungschef schlechtzureden und amtsmüde zu machen (der TV berichtete mehrfach). Auslöser waren die Querelen um den ehemaligen Tourismuschef Matthias Holzmann.
Vorerst letzter Akt: CDU-Kreisvorsitzender Alex Licht nominierte Weisgerber anfangs nicht als Teilnehmer der Traben-Trarbacher Delegation für die Anhörung zur geplanten Fusion mit der VG Kröv-Bausendorf (der TV berichtete). Dabei dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass der Bürgermeister ein vehementer Befürworter des Zusammenschlusses ist.
Den Zusammenhalt im VG-Rat bezeichnet Weisgerber dagegen als "bravourös". Und er mahnt zum Schluss: "Man sollte die Pfade der Tugend und der Menschlichkeit nicht verlassen."
Der Beifall der vier Fraktionen (CDU, SPD, FDP, FWG) ist ihm gewiss. Speziell die SPD war Weisgerber bereits vorher beigesprungen. Natürlich sei auch seine Partei bestrebt, einmal den Bürgermeister zu stellen, sagte Hans-Joachim Weinmann. Das werde aber ein demokratischer Vorgang sein. In den vergangenen Jahren sei aber speziell in der Stadt viel Unehrlichkeit und Unmenschlichkeit im Spiel gewesen.
Da passt ein Lied beziehungsweise ein Reim dazu, fällt einem unweigerlich ein: Piep, piep, piep. Wir haben uns alle lieb.
Lieb wollen die Traben-Trarbacher auch zu den Kröv-Bausendorfer sein, wenn es zur Fusion kommt. Renate Braband (SPD) wünscht auch den Bürgern aus der Nachbarkommune schon einmal schöne Weihnachten und ein gutes neues Jahr.
Die VG Traben-Trarbach habe sich auch bisher schon ordentlich benommen, sagt der Bürgermeister. "Und wir werden uns auch weiter ordentlich benehmen, wenn es zur Fusion kommt", verspricht er. Die Entscheidung wird am kommenden Freitag erwartet.
Für die Bürger gibt es auch ein kleines Weihnachtsgeschenk. Weil im Abwasserbereich, so der Tenor, sehr effizient gearbeitet wurde, kann die Gebühr für die Abwasserbeseitigung von 2,05 auf 1,87 Euro pro Kubikmeter gesenkt werden. Und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2013.