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Bundespolitik könnte Brücke bauen

Bundespolitik könnte Brücke bauen

Können Tiere bei Greimerath künftig dank einer Brücke über die Autobahn spazieren? Eine Grünbrücke könnte die von der A 1 zerschnittenen Wildwechselwege wieder verbinden. Das Bauwerk wird seit 1980 gefordert. Aus Berlin könnte nun Geld für das Projekt fließen.

Wittlich/Greimerath. Die Gemeinde Greimerath hat die erforderlichen Beschlüsse längst gefasst. "Wir stehen voll dahinter", sagt Ortsbürgermeister Walter Schuh. Das Land müsste planen, der Bund bezahlen, dann könnte es was werden mit dem Wunsch nach dem Bau einer Grünbrücke (der TV berichtete). Bei Greimerath kappt die A 1 einen alten Fernwechsel des Wildes. Das zu beheben würde rund drei Millionen Euro kosten, hat der Ortsbürgermeister gehört. Laut Karl Diller, SPD-Bundestagsmitglied, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Projekt mit Geld aus dem neuen Investitions- und Tilgungsfonds des Bundes verwirklicht werden könnte. Am Mittwoch, 8. April, habe ihm der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) mitgeteilt, dass er den Bau aus landespflegerischer Sicht befürworte. Karl Diller zitiert das Ministerschreiben: "Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums habe ich den Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz gebeten, die zur Realisierung der Grünbrücke erforderlichen Schritte wie Planung, Genehmigung, Ausschreibung, Vergabe und Bau baldmöglichst in die Wege zu leiten, damit die Brücke in der Laufzeit des Konjunkturprogramms II umgesetzt werden kann." Karl Diller ist "zuversichtlich, die baldige Zustimmung des Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee zu erhalten." Auch Landrätin Beate Läsch-Weber hat unlängst für das Projekt getrommelt und sich für die Initiative und das Projekt Grünbrücke eingesetzt, das sie für die Aufnahme in den Regionalen Biotopverbund im Landschaftsrahmenplan Region Trier vorgeschlagen hat.

Ein weiterer "Langzeitkämpfer" pro Wildbrücke ist Hermann Bornmüller, pensionierter Forstamtsleiter aus Wittlich und Vorsitzender des Naturschutzbeirates bei der Kreisverwaltung. Ihn freuen die Nachrichten. Er sagt: "Dort muss ein Korridor für Wildtiere geschaffen werden. Dagegen ist die fertige Brücke am Autobahnkreuz Wittlich unsinnig."

Ortsbürgermeister Walter Schuh sagt: "Wenn die Brücke kommt, würde der Genaus-tausch auf dem sogenannten Urwechsel wieder funktionieren, und das Jagdrevier Greimerath hätte wieder seine 30 Hektar auf der Ostseite der Autobahn." Unter Federführung des Landesjagdverbandes ist am 14. Mai eine Infoveranstaltung an der Greimerather Grillhütte mit den Abgeordneten und hiesigen Größen geplant.

Meinung

Wer will noch mal …

Na, haben Sie auch noch keine Wildbrücke, möchten aber unbedingt so ein Ding besitzen? Ihnen kann geholfen werden! Stöbern Sie in alten Büchern und Sie werden sicher etwas finden über die Wanderbewegungen der mitteleuropäischen Wildtiere, die just zum Zwecke der Vereinigung mit denen aus dem Nachbarrevier vor rund 80 Jahren dorthin spaziert sind. Weil Ihre Vorfahren an dieser Stelle ein Haus gebaut haben und der Staat eine Straße angelegt hat, war das nicht mehr möglich. Es sei denn, man baut den Bambis eine eigene Brücke. So ähnlich ist das auch in Greimerath. Ein paar Kilometer weiter gibt's zwar schon ein solches Bauwerk, aber das ist unsinnig, sagen Fachleute mal eben so. Also bauen wir ein neues, jubeln jetzt Einige, mit Steuergeldern, die niemand hat, was selbstverständlich niemanden interessiert. Schließlich kommen die läppischen drei Millionen Euro für diesen Unsinn ja aus Berlin, und wenn von da schon mal etwas kommt, muss man nehmen, was man kriegen kann. Reh, Frosch oder Wildkatze müsste man sein, in diesem Land der Absurditäten. So sind wir nur die dummen Esel, die diesen Quatsch teuer bezahlen müssen. d.schwickerath@volksfreund.de