Bundespolitik zum Wasser des Lebens

Bundespolitik zum Wasser des Lebens

Das nasse Wetter regt mich immer noch auf. Noch mehr aber, was Berlin beschäftigt. Da hat sich doch tatsächlich der Petitionsausschuss intensiv um etwas gekümmert, was deutschlandweit wohl ein Skandal ist: unser großer Durst.

Durch den Klimawandel leben wir angeblich praktisch in der Sahelzone Zwei. Kurzum: Der Petitionsausschuss hat flächendeckende Trinkwasserspender empfohlen, und die Bundesregierung hat das Ganze "positiv bewertet". Politik, Kommunen, Wasserwirtschaft seien dafür, weil das "die Eignung von Wasser aus dem Hahn zum Trinken vermittle" - und - ich habe das Zitat genau abgeschrieben: "Das könnte die Attraktivität der Innenstadtbereiche deutlich erhöhen." Haben die denn alle den Koffer kaputt?

Liebe Wittlicher! Stellt Euch vor, morgen - na gut nicht am Sonntag - übermorgen würden die Stadtwerke auf dem Marktplatz einen Trinkwasserspender aufstellen. Bürgermeister und Stadtmarketing würden im Regen als Schirmherren danebenstehen und Worte sprechen wie: "Initialzündung zur Belebung der Innenstadt", "Frequenzsteigerung durch Wasser", "Impuls, die Eignung von Wasser aus dem Hahn zum Trinken zu vermitteln". Selbst stadtbekannte Gratis-Getränk-Fetischisten würden bestimmt Leserbriefe schreiben. Nach dieser sensationellen Januar-Nachricht aus Berlin, bin ich auf den Februar gespannt.

Vermutlich grübelt der Petitionsausschuss schon über einen bundesweiten Schnürsenkelschnür-Service für U3-Kinder nach, um - na logisch - die Geburtenrate zu erhöhen. Februar ist ja immerhin Karnevalsmonat. Kreiau!