Burgbergtunnel: Erneut steigen die Kosten

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Der Bau der Fluchtröhre wird abermals teurer. Grund dafür ist dieses Mal die Verwechslung von kubik- und Quadratmetern in der Ausschreibung, die erst jetzt aufgefallen ist. Insgesamt soll das Projekt nun 9,25 Millionen Euro kosten.

Landrat Gregor Eibes war nicht erfreut, als es in der Sitzung des Kreisausschusses am Montag zum Bau des Fluchtwegs am Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues kam. Denn erneut sollen die Kosten für den Bau der Röhre steigen.

„Das ist keine erfreuliche Entwicklung, was die Mehrkosten betrifft“, sagte Eibes, bevor das Wort an einen Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) ging, der die neuerliche Kostensteigerung in der Sitzung begründen sollte.

Und diese Begründung ist simpel: In der Ausschreibung wurde im Leistungsverzeichnis für die Herstellung der Spritzbetoninnenschale die Einheit verwechselt. Ausgeschrieben wurde in Quadratmetern, gebaut werden muss in Kubikmetern. Dieser Einheitenfehler führt zu Mehrmassen und somit Mehrkosten. Gleichzeitig kommt es dadurch auch zu einer Erhöhung der bauzeitabhängigen Kosten. Die von der ausführenden Firma angekündigte Preissteigerung liegt bei rund 950 000 Euro. Doch das war noch nicht alles: Darüber hinaus kam es zu Mehrkostenanmeldungen in Höhe von etwa 300 000 Euro, die auf zusätzliche Leistungen zurückzuführen sind, die sich erst im Zuge der Bauarbeiten ergaben. Hinzu kommen noch geringe Massenänderungen im Leistungsverzeichnis nach Erstellung der Aufmaße in Höhe von derzeit 100 000 Euro. Macht insgesamt etwa 1,35 Millionen Euro mehr, die Gesamtkosten liegen aktuell bei rund 9,25 Millionen Euro.

„Wie konnte das passieren?“, fragte Landrat Eibes den LBM-Mitarbeiter in Hinblick auf die Verwechslung von Quadrat- und Kubikmetern. Der Fehler sei in der Masse des Leistungsverzeichnisses untergegangen, weder die beiden bei Planung und Ausschreibung beteiligten Büros, noch der LBM habe den Fehler bemerkt. Regressforderungen an die Büros, die sich für den Fehler beim LBM entschuldigt hätten, hätten nach Rücksprache mit der Zentrale in Koblenz keine Aussicht auf Erfolg. Weitere Kostensteigerungen sind laut LBM nicht auszuschließen, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

Unter den Ausschussmitgliedern herrschte fraktionsübergreifend Unmut. Günter Theis (Grüne) sprach von einem „kompletten Versagen des LBM“, Jürgen Jakobs (CDU) vermutet, dass der Fehler dem ausführenden Unternehmen bereits bei der Angebotsabgabe bekannt gewesen sein muss. Alois Mayer (FWG) sagte, dass die beiden vom LBM beauftragten Büros „mangelhafte Leistungen“ abgegeben haben. Erst im Februar hatte Landrat Gregor Eibes auf der Sitzung des Kreisausschusses bekanntgegeben, dass der Bau der Fluchtröhre für den Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues um rund 1,2 Millionen Euro teurer wird und das Projekt auf 7,9 bis 8,0 Millionen Euro taxiert werde.  Die Kostenexplosion hatte mehrere Gründe. Zum einen lagen die Ausschreibungsergebnisse für den Rohbau  höher als geschätzt, zum anderen war das Gestein laut LBM „schwieriger“ als ermittelt. Das bedeutete, dass teurere Verfahren angewendet werden müssen. Hinzu kamen noch Mehrkosten für die Betriebstechnik des bestehenden Verkehrstunnels.

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