Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues wird ab Herbst neun Monate gesperrt

Bau einer Fluchtröhre steht bevor : Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues wird ab Herbst neun Monate gesperrt

Der anstehende Bau einer Fluchtröhre im Bernkastel-Kueser Burgbergtunnel hat auch Auswirkungen auf den Verkehr im Hunsrück — besonders für den Kreisel am Blockhaus bei Longkamp.

Das genaue Datum steht noch nicht fest. Aber der Bau einer Fluchtröhre für den Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues steht bevor (der TV berichtete). „Baubeginn ist voraussichtlich Anfang Oktober. Der Auftrag ist vergeben“, teilt Edeltrud Bayer, Leiterin des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier, mit. Damit endet eine lange Vorgeschichte, denn die Planungen und die Diskussionen um das Für und Wider begannen schon vor etwa zehn Jahren.

Der Hintergrund: Es gibt eine Richtlinie der EU. Danach muss ein Tunnel ab einer Länge von 400 Metern mit einer Fluchtröhre ausgestattet werden. Diese Richtlinie bezog sich ursprünglich nur auf große Verkehrsachsen, nicht aber auf ein Bauwerk wie den 555 Meter langen Burgbergtunnel, der die Mosel mit dem Hunsrück verbindet. Als der 1997 eingeweiht wurde, gab es diese Forderung auch noch nicht. Als Bund und Land die EU-Richtlinie noch schärfer auslegten, rückte der Bau näher.

Vor Ort hat dieses Projekt kaum Freunde. Im Stadtrat wurde es mehrfach mit Sätzen wie „der größte Unsinn der letzten Jahre“ kritisiert. Die Stadt lehnte es auch ab sich an den Kosten zu beteiligen. Das muss sie auch nicht. Das Land zahlt 88 Prozent der Kosten, der Kreis Bernkastel-Kues, Träger des Tunnels, den Rest.

Apropos Kosten: Die bewegten sich am Anfang irgendwo bei drei Millionen Euro. Mittlerweile sind es 6,8 Millionen Euro, sagt Edeltrud Bayer. Das liegt, so der LBM bereits im Jahr 2016, daran, dass sich die sicherheitstechnische Ausstattung von Tunneln grundlegend geändert habe. Die Leittechnik (Beleuchtung, Sensorik, Funkanlage etc.) ist bereits vor einigen Jahren mit mehr als einer Million Euro nachgerüstet worden. Gekracht hat es schon öfters – fast immer an der Ausfahrt zur Mosel hin. Eine Fluchtröhre war da nicht nötig.

Aber nun kommt sie. Das heißt: Der Tunnel, den Autos, Linienbusse und Kräder befahren dürfen, wird erst einmal von Oktober bis etwa Juni 2019 gesperrt. Während der Hochsaison wird er dann geöffnet sein. Von Anfang November 2019 bis Februar 2020 folgt dann, so die Planungen, die zweite Bauphase und die zweite Vollsperrung.

Über die innerörtlichen Umleitungen hat der TV bereits berichtet. Genaueres erfolgt noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt. Der Vekehr vom und zum Hunsrück werde vor allem über die L 158 zwischen Mülheim und dem Blockhauskreisel im Dreieck Monzelfeld, Longkamp, Gonzerath laufen, erläutert Axel Schmitt, Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues. In einer Pressemitteilung war auch davon die Rede, dass die L 190 zwischen Irmenach und Traben-Trarbach als Umleitung ausgewiesen wird. Das ist aber nicht möglich, weil ein Teilstück, die Schottstraße in Trarbach, voraussichtlich ab November saniert wird.

Die circa 5500 Fahrzeuge, die täglich durch den Tunnel fahren, werden also über die L 158 fahren müssen. Auf ihr sind bis zur Fertigstellung der B 50 neu auch noch viele Lastwagen unterwegs. Kenner der örtlichen Strecken werden, so Axel Schmitt, auch über die K 88 zwischen Veldenz, Gornhausen und Gonzerath ausweichen.

Der Vekehr vom und zum Hunsrück wird während der Sperrung vor allem über die L 158 zwischen Mülheim und dem Blockhauskreisel laufen. Foto: Christoph Strouvelle

Sorgen macht sich Schmitt um die Feuerwehr. Die Kueser Stützpunktwehr muss während der Tunnelsperrung auf dem Weg in den Hunsrück durch die in der Saison überlaufene Bernkasteler Altstadt fahren. „Das wird etwas Zeit kosten“, sagt er. Thomas Edringer, Wehrleiter der VG Bernkastel-Kues, beruhigt. Die Stützpunktwehr in Longkamp sei gut gerüstet und im Ernstfall vor den Kuesern an Brand- und Unfallorten in den Nachbarorten oder auf der Hunsrückhöhenstraße. „Und bei Einsätzen in Kleinich und Hochscheid wird sie sowieso von der Morbacher Feuerwehr unterstützt“, sagt er.