Burgener bauen auf Fußball-Camp

In welchem Ort der Verbandsgemeinde (VG) Bernkastel-Kues wird der nächste Kunstrasen-Sportplatz angelegt? In Burgen oder in Zeltingen-Rachtig? In der VG und im Kreis gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Burgen. (cb) Im Herbst wird auf Kreisebene über die Prioritätenliste 2010 für den Sportstättenbau entschieden. Normalerweise folgt der Kreis dabei den Wünschen der Verbandsgemeinden. Die VG Bernkastel-Kues hatte und hat, weil in diesem Jahr keine Umsetzung erfolgen kann, weiter den Bau eines Kunstrasenplatzes in Burgen auf Platz eins. Auf Rang zwei folgt der Bau eines Kunstrasenplatzes in Zeltingen-Rachtig.

Burgen sucht nach weiteren Fördertöpfen



Der Sportstättenbeirat und der Jugendhilfeausschuss änderten diese Reihenfolge und platzierten Zeltingen-Rachtig vor Burgen (der TV berichtete). Begründung: In Burgen werde die erforderliche Nutzungsintensität (1800 Stunden pro Jahr) nicht erreicht. Außerdem liege der Ort nur wenige Kilometer vom Kunstrasen-Standort Mülheim entfernt. Der Burgener Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick (SPD) hat mehrfach betont, dass die Nutzungs-Voraussetzungen erfüllt seien. Er pocht darauf, dass die Prioritätenliste der VG umgesetzt wird. In Zeltingen-Rachtig sieht man der Entscheidung gelassen entgegen. Man werde jede Entscheidung respektieren, hieß es bereits im April von Vereinsseite.

Reinhard Grasnick hatte dagegen vor Wochen angekündigt, nach weiteren Fördertöpfen Ausschau zu halten. Sein Plan: Burgen soll ständiger Standort für ein Fußballcamp für Jugendliche (über 14 Jahren) werden. So etwas gebe es bisher für diese Altersgruppe nicht, sagt er. Da der Ort über eine Turnhalle verfüge, sei auch bei schlechtem Wetter ein Betrieb gewährleistet.

Grasnick steht in Kontakt mit dem Mainzer Ministerium für Inneres und Sport. Er hofft, dass das Land die auf 520 000 Euro taxierte Umwandlung des Hartplatzes in ein Kunstrasen-Gelände mit 60 Prozent (statt 40 Prozent) fördert. Bei einer Kreisförderung von zehn Prozent verblieben 30 Prozent bei der Gemeinde. "50 Prozent wären wahrscheinlich zu viel, aber 30 Prozent könnten wir schultern", sagt Grasnick. Schließlich seien auch der FC Burgen und der neugegründete Förderverein, der sich für einen Kunstrasenplatz stark macht, mit im Boot.

Ministerium: Votum des Kreises ist entscheidend



Mit Zahlen wartet Eric Schaefer, Pressesprecher des Ministeriums, nicht auf, macht aber Hoffnung: "Eine Zuschuss-Erhöhung wegen einer überregionalen Bedeutung wäre mit einem solchen Fußballcamp vorstellbar. Die Gemeinde wäre aber in der Verpflichtung, dieses auch dauerhaft so weiter zu betreiben", sagt er.

Schaefer weist darauf hin, dass die erforderliche Jahresnutzung des Platzes im normalen Betrieb offenbar nicht erreicht werde. Eine solche sei aber Grundvoraussetzung für eine Förderung. Mit einem auf Dauer verankerten Fußballcamp könnten die Vor aussetzungen erfüllt werden. Die Prioritätenfestsetzung durch den Kreis sei aber nicht zu umgehen. Das Projekt müsse hohe Priorität bekommen. Außerdem müsse die Leistungsfähigkeit des Ortes (dauerhaftes Betreiben des Camps, finanzielle Kraft) bewertet werden.

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