Burgener Bauernmarkt: Durchatmen nach der Völkerwanderung

Burgener Bauernmarkt: Durchatmen nach der Völkerwanderung

Das Verkehrschaos blieb beim dritten Burgener Bauernmarkt aus. Die Einbahnregelung hat gegriffen. Das Hauptproblem gab es im Nachbarort Veldenz. Dort waren die Zubringerbusse meist schon voll. Die Folge: Viele Besucher spazierten nach Burgen.

Burgen. Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung: Für einen kleinen Ort wie Burgen, der an einem einzigen Tag Besuch von 15 000 Gästen bekommt, gilt das in besonderem Maße. Vor allem, weil bei der zweiten Auflage im Jahr 2015 der Verkehr zusammenbrach. Deshalb hatte am Sonntag ein Konzept mit einer Einbahnregelung seine Premiere (der TV berichtete).
Am Tag danach herrscht viel Freude. Die Polizei, so Klaus Herrmann, Leiter der Inspektion Bernkastel-Kues, mit zwei Motorradfahrern und einer Streife rund um den Ort unterwegs, hatte nichts zu tun. "Das Konzept ist aufgegangen", sagt Thomas Schimper von der Feuerwehr Burgen.
Fünf Feuerwehrfördervereine regelten den Verkehr auf den ausgewiesenen Parkplätzen. Auch Josef Schmitz, Leiter des Ordnungsamts der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, ist zufrieden.
Kein Fahrzeug habe abgeschleppt werden müssen, berichtet er. Das heißt natürlich nicht, dass nichts los war in Burgen. Im Gegenteil: Die geschätzten 15 000 Besucher liegen im Bereich des Vorjahres. Das neue Konzept mit mehreren Parkplätzen in verschiedenen Orten sorgte nur für mehr Disziplin der Anreisenden.
In diesem Zusammenhang steht, so Josef Schmitz, aber auch das "einzige Manko". Die drei Shuttle-Busse reichten nicht aus. "Hier muss die Gemeinde unbedingt nachbessern", sagt der Leiter des Ordnungsamtes und wünscht sich eine Verdoppelung. Das Problem trat vorrangig in Veldenz auf, wo viele Besucher ihre Fahrzeuge auf einer zum Parkplatz umfunktionierten Wiese abstellten. Doch die Busse, die in Filzen eingesetzt wurden und über Brauneberg und Mülheim die Haltestelle in Veldenz erreichten, waren meistens schon voll besetzt.
Eine Zeit lang sei dann ein Bus nur zwischen Veldenz und Burger gependelt. "Die Fahrer waren flexibel", lobt der Burgener Ortsbürgermeister. Das sei aber nicht die ganz Zeit durchzuhalten gewesen. Die Busnutzung sei nur schwer abzuschätzen gewesen, erläutert Grasnick. 2015 seien nur zwei Busse im Einsatz gewesen, die dann aber ständig im Stau gestanden hätten.
Das Problem am Sonntag: Viele Besucher hätten gleich Parkflächen in Brauneberg und Veldenz angefahren, obwohl das Areal in Burgen den ganzen Tag nicht ausgelastet gewesen sei.
Das Ergebnis: Viele Busse fuhren schon früh voll besetzt von Brauneberg ab. Deshalb, so Grasnick, der mit einem Motorroller auf Inspektionstour war, habe es eine "Völkerwanderung von Veldenz nach Burgen" gegeben. Er sei natürlich mehrfach angesprochen worden, habe sich entschuldigt und sei meist auf Verständnis gestoßen.
Bei gleichen Voraussetzungen, was zum Beispiel das Wetter angeht, würden nächstes Jahr auf jeden Fall "fünf bis sechs Busse eingesetzt", verspricht der Ortsbürgermeister. Dann sei gewährleistet, dass die auch genutzt werden. Für jeden Bus zahlt die Gemeinde 400 Euro. Die Gemeinde trage das Risiko. Bei zwei Euro (für Hin- und Rückfahrt) und soviel Betrieb sei es beim Einsatz von mehr Bussen aber gut kalkulierbar.Meinung

Drei Busse reichen nicht
Nicht immer sind Vergleiche sinnvoll - in diesem Fall schon. 15.000 Besucher bei 570 Einwohnern und dazu an einem Tag: Das wäre so als kämen zum Weinfest der Mittelmosel in der gleichen Zeit etwa 180.000 Gäste. Der Kollaps auf verschiedenen Ebenen wäre unausweichlich. Von daher ist das, was in Burgen geplant, organisiert und durchgeführt wird, seit Sonntagabend fast als Meisterleistung zu bezeichnen. Ja, sie hätten wissen können, dass die Zahl der Busse nicht ausreicht beziehungsweise die in Veldenz Parkenden die Gelackmeierten sind. Aber das Wetter lud am Sonntag ja geradezu zu einer kleinen Wanderung an. Für die nächsten Jahre muss aber gelten: Drei Busse reichen nicht. Wer den dauerhaften Erfolg des Marktes will, muss auch in diesem Bereich seine Hausaufgaben machen und nicht zuerst darauf schauen, wo gespart werden kann. Auf Dauer werden die Besucher das nicht verzeihen. Und darunter würden dann auch die Händler leiden. Und Burgen wäre ganz schnell wieder vergessen. c.beckmann@volksfreund.de

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