Bus-Projekt in Wittlich läuft nicht ganz rund

Bus-Projekt in Wittlich läuft nicht ganz rund

Vor genau einem Jahr ist der Wittlicher Rufbus seine erste Tour durch die Säubrennerstadt gefahren. Mittlerweile hat der Bus mehr als 3000 Menschen befördert. Derzeit erfüllt das Projekt die Erwartungen noch nicht.

Wittlich Er ging als Nachfolger des Wittlicher Stadtbusses an den Start und soll alte oder nicht mobile Menschen in Wittlich von A nach B bringen: Heute vor genau einem Jahr ist der Wittlicher Rufbus zu seiner ersten Fahrt gestartet.

3318 Fahrgäste hat der Bus in den ersten elf Monaten - vom 1. August 2016 bis zum 30. Juni 2017 - transportiert, wie Stadt-Pressesprecher Rainer Stöckicht auf TV-Anfrage mitteilte. Zur Halbjahresbilanz waren es 1925 Menschen. Bei der Vorstellung dieser Zahlen im Stadtrat war die Resonanz verständlicherweise verhalten (der TV berichtete am 25. März).

Bei der Auslastung pro Monat hat sich, so Stöckicht, der Mai als der bisher am stärksten frequentierte Monat herausgestellt. Stöckicht: "Der am stärksten ausgelastete Monat war der Mai mit 399 Fahrgästen und der am geringsten ausgelastete Monat war der Oktober mit 243 Fahrgästen." Ein kleiner Trend nach oben ist also erkennbar.
Am häufigsten hält der Rufbus am - wie könnte es anders sein - Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in der Wittlicher Oberstadt. 623 Mal hielt er dort. Auf Platz zwei folgt das Krankenhaus, und dann kommt lange nichts. Mit 167 Stopps wurde das Altenzentrum am dritthäufigsten angefahren.

Die Testphase des Rufbusses ist auf zwei Jahre angelegt. Pro Jahr zahlt die Stadt pauschal 67 500 Euro. Das macht einen Zuschuss von rund 20 Euro pro Fahrgast.
Rein an den Zahlen will die Stadt die Fortführung des Projekts über die ersten zwei Jahre allerdings nicht ausmachen.

"Der Erfolg des Projekts ist in der Pilotphase nicht an konkreten Mindestnutzerzahlen festgemacht. Die Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre und läuft nach dieser Zeit aus", sagt der Sprecher Rainer Stöckicht. "Ob der Rufbus in dieser oder einen anderen Art weitergeführt wird, wäre mit den Partnern neu zu verhandeln und bedarf eines entsprechenden Beschlusses durch den Stadtrat", ergänzt er. Auf der Stadtratssitzung im Oktober, so Stadtsprecher Rainer Stöckicht, könnte das Projekt erneut auf der Tagesordnung stehen.
KommentarMeinung

Zeit geben!
Die Etablierung eines Projekts wie dem Wittlicher Rufbus braucht Zeit. Nicht ohne Grund wurde die Projektdauer zunächst auf zwei Jahre festgelegt. Und die sind auch nötig. Sicherlich war es wünschenswert, dass der Bus von Beginn an besser angenommen wird. Aber nach sechs Monaten oder einem Jahr über Erfolg oder Misserfolg des Konzepts zu urteilen, ist verfrüht. Deshalb sollte man das Pilotprojekt nicht zu früh für gescheitert erklären, sondern dem Rufbus noch etwas Zeit geben, bis er in den Köpfen der Menschen verankert ist. Hat sich die Lage nach zwei Jahren immer noch nicht verbessert, müssen jedoch Maßnahmen ergriffen werden. p.willems@volksfreund.deExtra: DER WITTLICHER RUFBUS


(red) Der Rufbus fährt montags bis freitags zwischen 8 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 18 Uhr. Vorher muss man sich bei der Fahrtwunschzentrale, Telefon 06571/17-2999 anmelden, um von Rufbus-Haltestelle zu Rufbus-Haltestelle in Wittlich, Bombogen, Dorf, Lüxem, Neuerburg und Wengerohr gebracht zu werden. Eine Fahrt kostet drei Euro. Der barrierefreie Rufbus kann sieben Gäste und einen Rollstuhlfahrer transportieren. Zu Projektbeginn wurde mit rund 40 Fahrten am Tag gerechnet.