Busfahren will gelernt sein

MORBACH. Sicheres Verhalten im Schulbus: Die "Busschule", eine Aktion der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) weist die Drittklässler der Grundschule Morbach in Theorie und Praxis ein.

Was kann passieren, wenn Kinder aus dem Bus steigen und sich vorher nicht genau umsehen, ob links oder rechts ein Auto kommt? Oder wenn sie an der Haltestelle drängeln und dadurch den Sicherheitsabstand zur Bordsteinkante nicht mehr einhalten? Dann ist ein Unfall vorprogrammiert. Die Drittklässler der Grundschule Morbach lernten jetzt in Rollenspielen und einer praktischen Unterweisung, wie sie sich beim Busfahren verhalten sollen. 28 Schüler der Klasse 3 a lauschten gespannt im theoretischen Teil den Ausführungen von Gabi Wiedemeyer, Fachberaterin der Unfallkasse. Sie nannte den Kindern mehrere Beispiele für falsches Verhalten im Schulbus. Am Ende überprüfte sie das Gelernte. "Was passiert Julia, die während der Fahrt eine Dose Cola trinkt, wenn der Busfahrer plötzlich bremsen muss?", will sie von der Klasse wissen. "Die Cola fliegt durch den Bus", ruft Jan. Gabi Wiedemeyer fügt noch hinzu, dass Julia sich einige ihrer Zähne beim Aufschlagen auf den Vordersitz aufstoßen würde. "Was lernen wir aus diesem Beispiel?", fragt sie noch einmal die ganze Klasse, die sofort im Chor antwortet: "Im Bus ist Essen und Trinken verboten." Im praktischen Teil geht es dann zur Bushaltestelle. Dort warten RMV-Referent Udo Grotendiek, und Busfahrer Lutz auf die Kinder und zeigen am Beispiel der blauen Tonne "Paula", wie es aussieht, wenn die Kinder nicht den nötigen Abstand zur Bordsteinkante einhalten. "Der Abstand soll einen Meter betragen", sagt Sina, nachdem sie gesehen hat, wie der Bus die Tonne umgefahren hatte. Laut Statistik passieren an der Haltestelle mehr Unfälle als im Bus selbst. "Die Großen drängeln aber immer", beschwert sich Daniel. Der Beweis mit der Stoppuhr zeigt aber, dass geordnetes Einsteigen nicht so lange dauert wie Gedrängel und für alle Beteiligten angenehmer ist. Grotendiek geht anschließend auf die Sicherheitsausstattung des Busses ein. Behälter "Paula", die ein Kind darstellt, muss noch für ein paar Beispiele herhalten, die zeigen, was passieren kann, wenn die Kinder sich im Bus nicht festhalten, oder an der Haltestelle beim Ein- und Aussteigen nicht aufpassen. Nach einer Stunde geben alle Schüler sofort zu, dass sie viel gelernt haben. "Die Busschule wird sehr positiv aufgenommen, vieles wird auch umgesetzt", sagt Udo Grotendiek. Nicht in die Zuständigkeit der Schule fällt der Fußweg von der Haltestelle bis zur Grundschule. "Der Schulweg ist Elternsache", erklärt Schulleiterin Frauke Lörsch. In einem Schreiben an die Eltern bittet die Schule darum, dass sie ihre Kinder einmal auf ihrem Schulweg begleiten, um auf mögliche Gefahren hinzuweisen.