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Café Heimat in Morbach startet mit Kino und Veranstaltungen

Gastronomie und Kultur : In der „Heimat“ geht es wieder los: Was im kleinsten Kino des Landes geboten ist

Das Café und Kino Heimat in Morbach hat sich einer langen Corona-Zwangspause unterwerfen müssen. Jetzt geht es wieder los mit Filmen und anderen Veranstaltungen. Wie die „Heimat“ die Pandemie überstanden hat und was im Sommer geplant ist.

Kaffeeduft weht aus der halb offenen Tür des Café Heimat in Morbach. Der Gastraum ist allerdings leer. „Kommen Sie einfach rein“, tönt es aus dem Nebenzimmer – besser gesagt, aus dem Kinosaal. Denn im Anbau zum früheren Elternhaus des Regisseurs Edgar Reitz, das neben dem Café Heimat auch eine Ausstellung über den Filmemacher beherbergt, befindet sich das kleinste Kino in Rheinland-Pfalz.

In dem kleinen Saal mit gerade einmal 30 Plätzen laufen keine aktuellen Blockbuster. „Ich verstehe uns hier nicht als klassisches Kino“, erklärt Betreiber Alfons Schramer. Die „Heimat“ fällt eher in die Kategorie Programmkino. Kleinere Filme, größere Filme, ältere Filme, neuere Filme, Filme, die zur Diskussion anregen – die Mischung macht’s. Und es sind nicht nur Filme allein, die im Café und Kino Heimat laufen, dort finden auch andere Veranstaltungen statt. „Wir sind offen für alles, was Kunst und Kultur ist und was Spaß macht!“, schmunzelt Schramer.

Dementsprechend bunt gemischt ist auch das Programm, das für den Sommer geplant ist. Am Donnerstag, 22. Juli, gibt es eine Veranstaltung aus der Reihe „Kinovino“. Das heißt: Eine Weinverkostung, zu der ein Dokumentarfilm über die Dhron gezeigt wird, dessen Produzent für Gespräche anwesend ist. Auch die kostenlose Konzert-Reihe „Sonntag Morgen Musik“ geht weiter. Am Sonntag, 25. Juli, spielt die Band „The Blue Swinging Dixies“, am Sonntag, 22. August, die Popjazz-Gruppe „Tinnef“. Eine weitere Veranstaltung, die bereits geplant ist, ist ein Open-Air-Kino am Donnerstag, 26. August, vor dem Café und Kino Heimat in der Biergasse. Gezeigt wird der Film „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“, ein Sportdrama in Schwarz-Weiß über den finnischen Boxer Mäki, das auf seiner Lebensgeschichte beruht. Außerdem gibt es den Vorfilm „Hitzig – Ein Saunagang“ und ein Konzert der Band Sunplugged. Weitere Veranstaltungen sind in der Mache, erzählt Alfons Schramer: „Das Programm bis Ende November steht eigentlich.“ Auch Filme sollen im Kino abseits der Veranstaltungen wieder gezeigt werden. Allerdings ist Schramer aufgrund der Pandemie eher zurückhaltend damit, zu weit in die Zukunft zu blicken: „Wir planen nicht über drei Monate“, erklärt er.

In der langen Corona-Pause hatte das Café und Kino Heimat „generell geschlossen“, berichtet Alfons Schramer. Große Renovierungsarbeiten oder dergleichen standen nicht an, da die Technik sowieso auf einem sehr aktuellen Stand sei, meint Schramer: „Wir haben eigentlich nur sauber gemacht.“ Trotzdem wurden keine Vollzeitkräfte entlassen, „aber für die Aushilfen war es natürlich blöd“. Die Verluste wegen der Corona-Pandemie seien für Alfons Schramer nicht so schlimm gewesen. „Das hier ist sowieso eher ein Hobby, deshalb sind die Einnahmen nicht so wichtig“, erklärt er

Hauptberuflich ist Schramer nämlich Geschäftsführer des Unternehmens Mondo del Caffè, dessen Herzstück eine eigene Kaffeerösterei bei Echternach ist. Von dort stammt auch der Kaffee im Café Heimat, der nachhaltig und ohne Ausbeutung oder Kinderarbeit angebaut sowie fair gehandelt wird. Das stellt Alfons Schramer vor Ort in den Ursprungsländern des Kaffees sicher, die er selbst unter normalen Umständen regelmäßig besucht. Seine Erfahrungen dort rücken auch den Blick auf die Corona-Einschränkungen und die Lage in Deutschland in ein anderes Licht, erzählt er: „Wir leben hier schon nicht ganz so schlecht.“ In diesen Ländern, wie beispielsweise Kolumbien, gebe es meist keine Kurzarbeit oder derartige Programme. Unruhen und Hunger verschlimmerten die Lage der Bevölkerung. Da sind die Corona-Einschränkungen in Deutschland für Alfons Schramer im Vergleich eher eine geringere Bürde: „Wir müssen einfach mit diesem Fakt Corona leben und uns arrangieren.“

Trotz der Umstände hat Schramer große Zukunftspläne für das kleine Kino. Einer seiner Wünsche ist es, dass die Zuschauer in der Heimat nicht nur Filme sehen, sondern auch über sie diskutieren. Dabei soll es um strittige Themen wie den Klimawandel gehen. Hier kommt das Café ins Spiel, das vom Kino nur durch eine Tür getrennt wird:  „Kino ist gemeinsames Filmerlebnis, gemeinsames Sprechen. Und das ist auch die Verbindung zum Café. Café ist der Ursprung des Sprechens, des gemeinsamen Treffens und des Zusammenseins“, erklärt Schramer. Für neue Vorschläge ist man in der Heimat jederzeit offen, gerade werden sowieso „Mitstreiter“ gesucht, wie es Schramer ausdrückt. Er lädt ein: „Dieses Kino steht hier jedem zur Verfügung, der eine gute Idee hat!“

Das aktuelle Programm sowie weitere Informationen gibt es unter www.cafe-heimat-morbach.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Café und Kino Heimat in Morbach