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Café Heimat öffnet Anfang Oktober

Café Heimat öffnet Anfang Oktober

Der Termin für die Eröffnung des Cafés Heimat in Morbach und die Weltpremiere des Dokumentarfilms "Making of Heimat" steht fest: Beides ist am 6. Oktober. Regisseur Edgar Reitz wird an diesem Tag nach Morbach kommen.

Morbach. Die Premiere des neuen fast vierstündigen Werks von Edgar Reitz "Die andere Heimat" wurde bei den Filmfestspielen in Venedig bereits gefeiert. "Ein grandioser, formvollendeter Film, der seine Erzählfülle meisterlich im Griff hat", hieß es dazu auf FR-Online. "Edgar Reitz triumphiert mit einer mehr als meisterlichen ,Anderen Heimat`", schrieb die FAZ.
Nun steht die nächste Uraufführung an: die des Dokumentarfilms "Making of Heimat" von Anja Pohl und Jörg Adolph über die Entstehung des neuesten Reitz-Films. Der Streifen, der die spannenden Prozesse aus der Perspektive des Regisseurs vor, während und nach den Dreharbeiten zeigt und von der Münchener Produktionsfirma if… produziert wurde, läuft erstmals öffentlich am 6. Oktober um 18 Uhr in der Baldenauhalle.
Das ist die sogenannte Vorpremiere. Bei den internationalen Hofer Filmtagen Ende Oktober ist die Premiere.
Parallel zur Vorpremiere werden in der Baldenauhalle Fotos der Dreharbeiten des Frankfurter Fotografen Christian Lüdecke ausgestellt.
Am 6. Oktober wird vier Stunden vor dem Film denn auch endlich das Café Heimat eröffnet. Mehrere Termine waren dafür schon ins Auge gefasst, aber immer wieder verschoben worden. Am Café, für das die Gemeinde, die Edgar Reitz Filmstiftung und der Betreiber Mondo del Caffè zusammenarbeiten, wird derzeit kräftig gewerkelt. Zur Eröffnung, die aufgrund der Platzenge laut Bürgermeister Andreas Hackethal vermutlich in einem Zelt vor dem Café gefeiert wird, kommt Regisseur Edgar Reitz nach Morbach. Als Ehrengäste sind ebenfalls Landtagspräsident Joachim Mertes und Umweltministerin Ulrike Höfken eingeladen.
In dem Haus, in dem Reitz seine Kindheit ab dem zweiten Lebensjahr verbracht hat, werden großformatige Szenenbilder und Requisiten der Reitz-Filme sowie die Original-Drehbücher ausgestellt. Filmsequenzen können in einem eigenen Raum abgerufen werden. Langfristig soll das Café zu einem Veranstaltungsort werden. Wechselnde Ausstellungen rund um das Thema Heimat werden gezeigt. Besucher können zudem in Büchern und Bildbänden zu den Filmen schmökern. Ihnen wird dazu eine eigens kreierte Kaffeemischung mit dem Namen Heimat kredenzt. Der 246 000 Euro teure barrierefreie Umbau und die Renovierung des Hauses, das um eine Terrasse ergänzt wird, wurden mit Mitteln des europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert. Die Gemeinde zahlt 138 000 Euro.
Mehr über das Café Heimat wird künftig auf der Homepage www.cafe-heimat-morbach.de zu finden sein. Noch ist die Seite zur Heimat-Fanpage ( www.heimat-fanpage.de) weitergeleitet.
Karten für die Vorpremiere des Dokumentarfilms "Making of Heimat" gibt es in der Touristinfo Morbach und in den Filialen der Sparkasse Mittelmosel- Eifel-Hunsrück.
Extra

Die Nachbarn des Cafés Heimat sehen die neue Einrichtung durchweg als Bereicherung. Mike Rutowski, Inhaber des Hochwald-Cafés, in dessen Gebäude Edgar Reitz mit seiner Familie die ersten beiden Lebensjahre verbracht hat, sagt: "Ich sehe das positiv in Richtung Belebung des Orts. Ich scheue keine Mitbewerber, sehe das Café Heimat aber auch nicht als solchen. Da geht es doch eher um die Informationen und die Historie, das ist wie ein Museum." Sybille Gerhard, die einen Taschenladen führt, äußert sich ähnlich: "Ich freue mich, weil der Ortskern belebt wird. Schließlich ist Edgar Reitz aber auch eine berühmte Persönlichkeit aus dem Ort." Petra Kneppel von der gleichnamigen Metzgerei sagt: "Ich sehe der Eröffnung positiv entgegen. Ich hoffe, dass dann mehr Touristen kommen, der Ortskern belebt wird und der ganze Ort profitiert. Es ist auch schön, dass ein so berühmter Regisseur hier aus dem Ort kommt." Unter den Morbachern gibt es auch kritische Stimmen zum Café Heimat, insbesondere wegen der Kosten. Zwei Passanten, die sich gestern skeptisch äußerten, wollten ihre Namen nicht nennen. mai