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Café Heimat soll zur Premiere in Cannes öffnen

Café Heimat soll zur Premiere in Cannes öffnen

Der berühmteste Sohn Morbachs, der Regisseur Edgar Reitz, hat zugesagt, sich öfter im Café Heimat blicken zu lassen. Derzeit läuft der Umbau des Cafés. Pächter Alfons Schramer, Niederweis, vom Mondo del Caffè plant, es im Mai zu eröffnen.

Morbach/Niederweis. Mitte Mai hat der neue Film des gebürtigen Morbachers Edgar Reitz "Die andere Heimat" Premiere bei den Festspielen in Cannes. Bis dahin will Alfons Schramer mit dem Projekt Café Heimat im Morbacher Elternhaus des Regisseurs fertig sein.
Schramer ist Geschäftsführer von Mondo del Caffè, einer Kaffeerösterei, die unter anderem in Cafés in Niederweis (Eifelkreis Bitburg-Prüm), Wittlich und Trier Kaffeesorten anbietet. Er hat das Morbacher Café gepachtet, in dem Bilder und Requisiten der Heimat-Filme von Reitz gezeigt werden sollen und auch Kulturveranstaltungen geplant sind. Kürzlich war Schramer zusammen mit Bürgermeister Andreas Hackethal und Morbachs Ortsvorsteher Georg Schuh in München, um mit Edgar Reitz und dessen Sohn Christian, Produzent des Films "Die andere Heimat", die Planung des Cafés weiter abzustimmen. Auch der Vertrag über die Zusammenarbeit wurde unterschrieben.
Reitz war laut Hackethal von dem Konzept, zu dem auch eine eigene Kaffeesorte "Café Heimat" und Produkte von "Ebbes von Hei!" gehören, begeistert. Er habe zugesagt, seine Pressetermine zum Filmstart in Morbach stattfinden zu lassen. Er habe ebenfalls angekündigt, zu weiteren Veranstaltungen und Lesungen in den Hunsrückort zu kommen.
Reitz unterbreitete dem Gemeindechef zudem ein Angebot. Demnach soll der in Arbeit befindliche Dokumentarfilm über die Entstehung des neuesten Heimatfilms in Morbach gezeigt werden, bevor er im Fernsehen läuft. Der Bürgermeister ist nach eigener Aussage rundum begeistert und freut sich schon auf den neuen kulturellen Anziehungspunkt. Der Eröffnungstermin des Café Heimat hängt laut Gemeindeverwaltung davon ab, wie schnell die Sanierung vorangeht. Das Dach des Hauses wurde bereits erneuert. Der Innenausbau ist angelaufen.
Das Café soll laut Schramer die Handschrift seines Unternehmens Caffè del Mondo tragen. Die Theke wird demnach aus dunklem Holz gefertigt sein, die Wände werden ocker-sandfarben gestrichen. Sie sollen viel Platz bieten, um das Lebenswerk von Reitz zu würdigen. Schramer: "Wichtig ist, dass es immer neue Bilder und Exponate sind, damit das Lebenswerk im Gespräch bleibt."
In der ersten Etage wird ein kleiner Loungebereich eingerichtet sowie eine Ausstellung und eine Bibliothek. Auf Bildschirmen können sich die Besucher Filme und einzelne Sequenzen rund um das Thema Heimat ansehen. Auch ein Röster wird gezeigt mit einigen Exponaten rund um das Thema Kaffee. Etwa 26 Sitzplätze sollen laut Schramer im Gebäude angeboten werden, 30 außen.
Die Gemeinde hat mit der Edgar-Reitz-Filmstiftung vereinbart, dass die Stiftung ihr das Gebäude zwölf Jahre pachtfrei überlässt. Im Gegenzug dafür saniert die Kommune den Bau. Abzüglich der Zuschüsse von 88 000 Euro kostet sie das 102 000 Euro.