Camp Canis: In Hilscheid haben 700 Hundefreunde aus ganz Deutschland an einem Hindernislauf für Mensch und Vierbeiner teilgenommen.

Freizeit : Nichts für Jammerlappen

In Hilscheid haben 700 Hundefreunde aus ganz Deutschland an einem Hindernislauf für Mensch und Vierbeiner teilgenommen.

700 Herrchen und Frauchen, 700 Hunde: Hilscheid ist am Wochenende Treffpunkt von Hunde- und Naturliebhabern aus ganz Deutschland gewesen. Der Anlass für Hundefreunde aus ganz Deutschland, sich für ein Wochenende in den Hunsrück zu begeben, sind Hindernisläufe für Mensch und Tier, wahlweise über fünf, zehn und 15 Kilometer.

In Teams von zwei bis sechs Hundebesitzer machen sich die Teilnehmer mit ihren Vierbeinern auf den Weg, wo sie bis zu 30 Hindernisse zu überwinden haben. Mit den Worten „Wenn man etwas nicht sein darf, dann ein Jammerlappen“, schickt der Moderator am Start ein vierköpfiges Team auf die Strecke. Denn die Teilnehmer des Hindernislaufs für Mensch und Hund dürfen weder wasserscheu noch schlammempfindlich sein.

„Wir haben Strohballen auf den Weg gelegt, über die die Teilnehmer mit ihren Hunden klettern müssen, Geruchsspuren, Matschlöcher, Rutschbahnen und vieles mehr“, sagt Melanie Knies von Camp Canis, die das Event veranstaltet und organisiert. Am Start ist Achim Klein von den Flying Dogs aus Kufstein im lila T-Shirt mit der Aufschrift „Liebe Dreck, Liebe Wahnsinn“ noch gut gelaunt: „Das ist eine geile Veranstaltung. Es geht um Fun!“ Doch im Thalfanger Kurpark, als das fünfköpfige Team unter den Augen zahlreicher neugieriger Zuschauer mit seinen Vierbeinern erst mit Schlauchbooten über einen Weiher fahren und anschließend den anderen Weiher mittels aufblasbarer Matten überqueren muss, die das Gewicht der Personen nicht komplett halten können, weicht der Fun beim  Team aus Österreich und Bayern einem gewissen Zynismus: „Du lachst, du hast Spaß, du kannst Dir nichts Schöneres vorstellen, wie du einen Samstagnachmittag verbringen kannst“, wird Klein von seinen Teamkollegen auf dem Weg über den Teich angefeuert, bis dann endlich alle fünf Flying Dogs patschnass am Ufer stehen und sich auf den Hindernisweg zurück nach Hilscheid begeben.

Sollten sie bis dorthin wieder trocken geworden sein, nützt das nicht viel. Denn es warten weitere nasse Hindernisse auf dem Weg ins Ziel auf sie, wie eine mit Wasser besprengte Plastikplane, auf der die Rutschpartie in einem Schlamm- und Wasserloch endete.

„Nass, kalt, sehr gut“ sagt Lars Borgard aus Rohrbach im Ziel auf die Frage, wie er sich nach drei Stunden fühlt, die er in seinem Sechserteam für die zehn Kilometer lange Strecke gebraucht hat.

„Nass, kalt, witzig. Man muss dabei gewesen sein“, sagt Angelina Fock aus Sulzbach, die im Team „Schiedeborn to be wild“ dreieinhalb Stunden für die 15 Kilometer Strecke gebraucht hat.

„Der Hunsrück ist sensationell“, freut sich Organisatorin Knies über die Unterstützung, die sie hier erfahren hat. Der FC Hilscheid hat die Verpflegung übernommen, Landwirte beim Bau der Hindernisse geholfen.

Die Touristinfo habe den Veranstalter ebenfalls hervorragend unterstützt, sagt sie. „Es gibt Gemeinden, da müssen wir kämpfen“, sagt sie. Im Mai 2020 wird Camp Canis in Malborn zu Gast sein.

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