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Caritas und Pfarrei St. Markus planen Hospiz

Soziales : Hilfe bis zum letzten Atemzug: Idee für ein Hospiz-Haus in Wittlich

Die St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe und die Kirchengemeinde St. Markus Wittlich planen gemeinsam ein stationäres Hospizhaus für den Landkreis Bernkastel-Wittlich.

In der verletzlichsten Phase des Lebens, wenige Tage oder Wochen vor dem Tod, brauchen unheilbar kranke Menschen mit nur noch geringer Lebenserwartung viel Unterstützung. Eine schwere Aufgabe, die zurzeit rund 50 Ehrenamtliche des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes Wittlich für das gesamte Kreisgebiet leisten.

Doch in einigen Fällen, wenn die Versorgung zu Hause nicht mehr ermöglicht werden kann, fehle im Kreisgebiet ein stationäres Hospizhaus, sagt Michael Aurich, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Pfarrei St. Markus Wittlich. „Wir wollen, dass dieser weiße Fleck, den wir im Landkreis gefunden haben, gefüllt wird“, sagt dazu Bruno Comes, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Wittlich.

Ihre Idee hat die Kirchengemeinde an die St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH Mayen, die  Träger des Altenzentrums Mittelmosel in Bernkastel-Kues ist, herangetragen, wo sie auf fruchtbaren Boden fiel. Am Donnerstagabend haben beide Initiatoren zu einer ersten Informationsveranstaltung ins Pfarr- und Jugendheim St. Bernhard in Wittlich eingeladen, um ihre Idee, ein stationäres Hospiz für den Landkreis Bernkastel-Wittlich zu errichten, der Öffentlichkeit vorzustellen.

Mit Hanne Benz von der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH wurde auch schon eine Projektleiterin vorgestellt. Benz und ihr Projektteam aus Caritas-Mitarbeitern, Mitgliedern der Pfarrei St. Markus sowie weiterer Institutionen wollen bis zum Ende des kommenden Jahres klären, ob die Errichtung einer stationären Einrichtung für den Landkreis Sinn macht. Benz: „Eine erste Bedarfseinschätzung des Caritasverbands für die Diözese Trier zeigt, dass die Versorgungsstruktur im Landkreis noch nicht so ausgebaut ist, wie es der Bedarf erfordert. “ Der ambulante Hospizdienst der Ehrenamtlichen stelle eine Basisversorgung dar.

Das Projektteam werde eine fundierte Bedarfsfeststellung vornehmen und prüfen, „wie viele Fälle es gibt, die von Krankenhäusern der Region in ein stationäres Hospiz überwiesen würden, wenn es eins gäbe:“

Derzeit gehe man von einem Bedarf zwischen acht und zwölf Plätzen aus, sagt Benz. „Das klingt nach wenig, aber die Zielgruppe ist sehr speziell.“

Zudem würde ein größeres Hospiz mit 25 oder 50 Plätzen dem familiären Charakter, den man anstrebe, kaum gerecht, sagt Benz. Ein größeres Hospiz sei hingegen möglicherweise wirtschaftlicher. Denn die Krankenkassen würden nur rund 95 Prozent der Kosten tragen, weshalb ein Hospiz mehr als fünf Prozent seiner Ausgaben durch Spenden und Eigenmittel decken müsse.  

Das Projektteam, das sich in regelmäßigen Abständen treffen wird, will noch viele weitere Fragen klären. Die Trägerschaft, die Finanzierung, der Standort, die personellen Ressourcen und noch viele weitere Fragen müssen beantwortet werden, bevor ein tragfähiges Konzept erstellt werden könne. Benz: „Ob St. Rafael die Trägerschaft übernimmt, das wurde noch nicht beschlossen. Es könnte auch andere oder mehrere Träger geben.“

Der Standort des Hospizhauses solle in Wittlich liegen, sagt Benz. „Aber ob da ein Neubau oder Umbau einer Immobilie in Betracht kommt, das muss auch noch geklärt werden.“ Das Publikum der Informationsveranstaltung, rund 50 interessierte Bürger sowie  Mitglieder der Pfarrei, bat Benz, die Idee eines Hospizhauses im Landkreis mit voranzutreiben und zu verbreiten. „Sollte ein stationäres Hospiz Wirklichkeit werden“, sagt Aurich, „wird die Pfarrei St. Markus das Haus 20 Jahre lang jährlich mit 50 000 Euro unterstützen, um etwas zur langfristigen Sicherung der Einrichtung beizutragen.“ Das Geld stamme aus einem Grundstücksverkauf, den die Pfarrei kürzlich getätigt habe. Weitere Unterstützung, insbesondere bei der Netzwerkarbeit, bekommt das Projektteam von einem Projektbeirat, dem auch Landrat Gregor Eibes, Joachim Rodenkirch, Bürgermeister der Stadt Wittlich, sowie Frank Zenzen, Direktor des Caritasverbands Mosel-Eifel-Hunsrück, angehören.

 In Trier steht bereits ein Hospizhaus.
In Trier steht bereits ein Hospizhaus. Foto: TV/Christine Catrein

Interessierte Bürger, die sich mit einer E-Mail an hospizhaus@srcab.de für einen Infobrief eintragen lassen, sollen per E-Mail fortan über den Fortschritt des Projekts informiert werden.