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CDU Landtagsfraktion kritisiert Nationalparkplanung

Natur : Wann kommen die Tore – und was kosten sie?

CDU Landtagsfraktion kritisiert Nationalparkplanung. Doch das Land hält sich bedeckt.

Drei Jahre nach der Errichtung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald seien die versprochenen  Nationalparktore immer noch nicht fest eingerichtet, bemängelt die Landtagsfraktion der CDU.  Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Christine Schneider und Adolf Weiland, Fraktionsmitglied, hatten eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, deren Antwort sie nun erhalten haben und die aus ihrer Sicht nicht ausreichend ist.

Nationalparktore sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz notwendig, um einerseits den Naturschutz und andererseits die touristische Nutzung und damit die Besucherströme zu lenken und in Einklang zu bringen.

Schneider: „Das Land Rheinland-Pfalz will zwei Nationalparktore einrichten. Der vorgesehene Standort Wildenburg bei Kempfeld befindet sich laut Landesregierung in der Konzeptionsphase. Für den Standort Hunsrückhaus gibt es eine vorläufige Nutzungsvereinbarung und ein Konzept für eine Dauerausstellung, aber noch keine verbindlichen Feststellungen für den dauerhaften Betrieb.“  Einen Überblick über die Kosten für die Errichtung gebe es ebensowenig. Schneider: „Drei Jahre nach Errichtung des Nationalparks hat die Landesregierung noch immer nicht mehr als Improvisationen und Ankündigungen zu bieten.“

Zudem habe man die touristische Nutzung des Nationalparks als Highlight für die Entwicklung des Fremdenverkehrs versprochen, um die Akzeptanz für den Nationalpark in der Region durchzusetzen, so Schneider. Das soll nach Aussage der Landesregierung ein „sozioökonomisches Monitoring“ ergeben. Damit ist die CDU-Sprecherin aber nicht zufrieden. Sie fordert indes belastbare Zahlen. Der TV hat nachgehakt und eine entsprechende Anfrage beim Umweltministerium in Mainz gestellt. Dieses teilt nun mit, dass der Nationalpark nach drei Jahren immer noch am Anfang seiner Entwicklung stehe. Josephine Keller, Pressesprecherin des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, sagt: „Wir wollen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung vorhandene Einrichtungen dafür nutzen, zum Beispiel Gastronomie sowie Umweltbildungsangebote stärken und weiterentwickeln. Das heißt gleichzzeitig auch, dass wir die Akteure vor Ort bei der Weiterentwicklung der Angebote einbinden, was Zeit benötigt.“

Im Vordergrund stehe momentan die Entwicklung des Hunsrückhauses am Erbeskopf als erstem Nationalparktor. Dazu habe man ein Konzept erstellt, um die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Seit April finde ein täglicher Rangertreff mit Vortrag und Spaziergang statt. Ende dieses Jahres soll dann die neue Indoor-Ausstellung „Der Weg in die Wildnis“ im Rahmen eines Weihnachtsmarktes eröffnet werden.

Wie Keller weiter erläutert werden für das zweite geplante Nationalpark-Tor Wildenburg  in Kürze erste Verhandlungen mit dem Träger der Einrichtung, insbesondere zur künftigen Trägerstruktur und Fortentwicklung des Freigeheges Wildenburg, aufgenommen.

Die TV-Nachfrage nach belastbaren Zahlen, also einen Kostenplan und einen Zeitplan für die Errichtung der beiden Nationalparktore hat das Umweltministerium jedoch nicht beantwortet.