CDU-Politiker Rauen zur Luxusfüller-Affäre: „Ich habe mich gewundert, wie einfach das alles ging“

CDU-Politiker Rauen zur Luxusfüller-Affäre: „Ich habe mich gewundert, wie einfach das alles ging“

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Rauen hat eingeräumt, 2009 Büromaterial der Luxusmarke Montblanc auf Steuerzahlerkosten erworben zu haben. Dieses sei als Abschiedsgeschenk für verdiente Mitarbeiter gedacht gewesen, sagte der Politiker aus Salmrohr (Kreis Bernkastel-Wittlich) dem Trierischen Volksfreund am Mittwochabend.

Die Veröffentlichung einer Liste von mehr als 90 Abgeordneten, die im Jahr 2009 teure Schreibgeräte bestellt haben sollen, sorgt auch in der Region Trier für Aufsehen. Denn unter den in der Bild-Zeitung genannten Politikern befindet sich auch das frühere Bundestagsmitglied Peter Rauen (CDU). Der Politiker aus Salmtal soll in dem Jahr Artikel der Edelmarke Montblanc im Wert von 1112,56 Euro bestellt haben. An die genaue Summe kann sich der 71-Jährige im Volksfreund-Interview nicht mehr erinnern, allerdings habe er sich damals gewundert, wie einfach es gewesen sei, diese Produkte zu bestellen.

"2009 ging meine 23-jährige Dienstzeit im Bundestag zu Ende", erzählt der früher vermutlich einflussreichste Politiker in der Region. "Ich wollte zum Abschluss verdienten Mitarbeitern eine Freude machen und habe dafür mein jährliches Budget für Bürobedarf genutzt." Bundestagsabgeordneten stehen pro Jahr maximal 12 000 Euro für Büro- und Geschäftsbedarf zur Verfügung. Wie viele Silberfüller oder -bleistifte bestellt wurden, daran kann sich Rauen nicht mehr erinnern.

Außerdem entziehe es sich seiner Kenntnis, ob in dem Zeitraum vor 2009 bereits Luxusprodukte aus seinem Budget bestellt worden seien. "Darum habe ich mich einfach nicht gekümmert." Eines könne er aber mit Sicherheit sagen, er selbst habe nie eines dieser Edelschreibwaren besessen.

Rauen war nicht nur Politiker, sondern auch Sportfunktionär. Von 1971 bis 1999 war der einstige Fußballer Präsident des FSV Salmrohr, brachte seinen Heimatverein von der Kreisklasse in die zweite Bundesliga, was ihm als Präsident von Regionalligist Eintracht Trier (1999 bis 2001) nicht gelang.

Unterdessen hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) angekündigt, dass er aus der Affäre um teure Füller auf Steuerzahler-Kosten schnell Konsequenzen ziehen will. "Ich werde das Thema in der ersten Sitzung des Ältestenrates nach der Sommerpause auf die Tagesordnung setzen", sagte Lammert. "Die Anschaffung von teuren Kugelschreibern und Füllfederhaltern aus Steuermitteln ist ebenso unnötig wie problematisch." Eine stärkere Kontrolle sei "offensichtlich" erforderlich.