Ausbildung: Chancen im Beruf auch für „schwierige Jugendliche“

Ausbildung : Chancen im Beruf auch für „schwierige Jugendliche“

Das Überbetriebliche Ausbildungszentrum (ÜAZ) Wittlich bietet  aktuell vier Projekte an, die durch den Europoäischen Sozialfonds gefördert werden.

Tim ist 19 Jahre alt und hat vor einem Jahr eine Lehre als Koch begonnen. Doch der junge Mann hat große Probleme. Er schreibt in der Berufsschule nur schlechte Noten und auch seine Leistungen in der Praxis „am Herd“ lassen zu wünschen übrig.Tim ist offenbar mit diesem Beruf  überfordert. Der junge Mann lebt noch zu Hause, die Familienverhältnisse sind „sehr schwierig“.

Mit seinen Eltern kann er nur bedingt über seine Probleme sprechen. Hilfe bekommt er aber jetzt von einem Mitarbeiter des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums (ÜAZ) Wittlich. Er kümmert sich um Tim, besucht ihn zu Hause und hält Kontakt mit dem Ausbildungsbetrieb, mit dem Ausbildungsberater der Kammer und Lehrkräften der Berufsbildenden Schule.  Möglicherweise muss er einen anderen beruflichen Weg einschlagen, möglicherweise kann er auch eine „abgestufte Ausbildung“ als Beikoch beginnen. Ein Beikoch legt die Zutaten bereit, putzt und zerkleinert Gemüse und Obst, zerlegt und säubert das Fleisch, nimmt Fische aus . Er sorgt dafür, dass die Lebensmittel fachgerecht gelagert werden und behält die Verfallsdaten im Auge.

Das Projekt, das Tim hilft, nennt sich „Cool zum Ziel — Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen“ und ist eine von vier Maßnahmen, die mit Hilfe von EU-Mitteln das ÜAZ Wittlich anbietet. Die Projekte werden vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Aktuell bietet das ÜAZ neben „Cool zum Ziel“ die Projekte „Fit für den Job“, „JUST IN —  Jugend mit Zukunft“ und „IBIZA — Bedarfsgemeinschaftscoaching“ an. Letzteres ist noch ein junges Projekt. Dabei stehen Familien im Fokus, die von Hartz IV leben. Den jungen Menschen sollen in einer individuellen Beratung Lebens- und Beschäftigungsperspektiven aufgezeigt werden. Die Anmeldung zur Teilnahme erfolgt über das Jobcenter Bernkastel-Wittlich und ist freiwillig.

Das Projekt „Fit für den Job“ richtet sich an alle erwerbslosen, nicht mehr schulpflichtigen jungen Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung unter 25 Jahre. Die Teilnehmer lernen in einem Zeitraum von einem Jahr beim ÜAZ in Wittlich unterschiedliche  Berufsfelder kennen.

Das ÜAZ bietet bereits seit dem Jahr 2005 Projekte an, die durch den ESF konfinanziert werden. Weitere Geldgeber sind das Land, der Kreis Bernkastel-Wittlich und das Jobcenter Bernkastel-Wittlich. Seitdem haben nach Angaben  von ÜAZ-Geschäftsführer Hartmut Weber rund 1000 Menschen daran teilgenommen. Aktuell nutzen 90 junge Männer und Frauen die Förderprogramme. Dem ÜAZ stehen pro Jahr rund 400 000 Euro aus dem ESF zur Verfügung.

Hartmut Weber erklärt: „Dem ÜAZ Wittlich war es immer wichtig, dass die Maßnahmen im Rahmen der ESF-Kofinanzierung den Aspekt der Qualifizierung beinhalten“.

Über die vier vom ESF geförderten  Projekte des ÜAZ können sich Interessierte informieren beim ÜAZ Wittlich, Josef Steffens, Telefon 06571/978744 oder E-Mail jsteffens@ueaz-wittlich.de

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