Chefwechsel im Verbundkrankenhaus

Drei Jahre ist sie Stellvertreterin gewesen, jetzt steht sie an der Spitze des Verbundkrankenhauses Bernkastel/Wittlich: Ulrike Schnell wurde am Montagnachmittag in einem Festakt als neue Kaufmännische Direktorin der Klinik begrüßt. Ihr Vorgänger Peter Schon hat sich nach fast 20 Jahren aus dem Amt verabschiedet.

Wittlich/Bernkastel-Kues. Voll ist es am Montagnachmittag im großen Konferenzraum im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich: Mehr als 90 Gäste sind gekommen, darunter Mitarbeiter des Hauses, Kommunalpolitiker, Ärzte, Angehörige der Air Base Spangdahlem, Vertreter von Rettungsdiensten und weiteren Institutionen, um, wie der Ärztliche Direktor Andreas Hufschmidt bei seiner Begrüßung sagt, "Willkommen und Abschied zu feiern".
Der Abschied gilt Peter Schon, der 1995 Direktor am Wittlicher St.-Elisabeth-Krankenhaus wurde. 2002 wirkte er am Zusammenschluss mit dem Cusanus-Krankenhaus in Bernkastel-Kues mit. Erstmals zählte man im vergangenen Jahr mehr als 20 000 stationäre Patienten an beiden Standorten. Nun geht der 63-Jährige auf eigenen Wunsch in den vorgezogenen Ruhestand. Seinen letzten Arbeitstag hatte er bereits im Januar.
Wohl nicht jeder Tag als Verbunddirektor sei vergnügungssteuerpflichtig gewesen, sagt Landrat Gregor Eibes als einer der Laudatoren - bei dem ständigen Spagat zwischen der Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf der einen Seite und den Ansprüchen aus Politik und Bevölkerung auf der anderen. Schon habe er immer als tragende Säule empfunden, jetzt gehe eine Ära zu Ende.
"Es scheint, als hätten Sie heute einen tollen Hecht verabschiedet", sagt Schon am Ende. Er wolle das Lob weitergeben an die, die ihm in all den Jahren an der Seite standen. Eine davon ist seine frühere Stellvertreterin und jetzige Nachfolgerin Ulrike Schnell. Sie hat bereits im Februar das Amt der Kaufmännischen Direktorin des Verbundkrankenhauses angetreten. Gemeinsam mit ihr im Direktorium tätig sind der Pflegedirektor Joachim Mohr und der Ärztliche Direktor Andreas Hufschmidt. Schwester M. Basina Kloos, die für die Hildegard-Stiftung Trier spricht, erzählt, man kenne sich bereits aus der Zeit bei der ctt, wo Schnell "die Zahlen immer besser darstellen konnte wie die Herren". In ihrem neuen Job könne sie an das anknüpfen, wofür ihr Vorgänger den Weg bereitet hat, sagt ctt-Geschäftsführer Günter Merschbächer, wie beispielsweise den Neubau der Psychiatrie am Standort in Bernkastel-Kues, "den Sie vollenden werden".
Auch Schnell hat viele Projekte im Kopf - von der Zertifizierung des Brust- und Darmzentrums (Wittlich) über die Verbesserung der Energieversorgung (Bernkastel-Kues) bis zu der Erstellung eines digitalen Archivs. Bei allem Denken im Verbund, sagt die 39-Jährige, wolle sie dennoch die Identitäten der Standorte wahren. Mit 1200 Mitarbeitern sei man ja auch eine große Mannschaft. Den Herausforderungen vom demografischen Wandel bis zu den engen finanziellen Spielräumen blickt sie positiv entgegen: "Die Aufgabe eines Krankenhauses ist es, Menschen zu helfen. Das werden wir auch in Zukunft tun."Extra

Ulrike Schnell ist 39 Jahre alt und verheiratet. Sie stammt aus Norddeutschland, wohnt aber bereits seit 20 Jahren in der Region. Nach ihrem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und studierte dann Betriebswirtschaftslehre an der Universität Trier. Sie arbeitete im Marketing und Projektmanagement bei der Bitburger Brauerei und bei der Gesellschaft zur Förderung des Handwerks in Trier, bevor sie 2003 zur ctt - damals noch caritas trägergesellschaft trier, heute cusanus trägergesellschaft trier - ins zentrale Controlling kam. Dort war sie knapp vier Jahre auch Geschäftsbereichsleiterin. 2011 wechselte sie ans Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich und wurde stellvertretende Verbunddirektorin. Seit Februar dieses Jahres ist sie Kaufmännische Direktorin. eib