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Christian Synwoldt kandidiert für das Bürgermeisteramt in der VG Thalfang

Wahl für das Bürgermeisteramt in der VG Thalfang : Christian Synwoldt: Er will die Zukunft enkelfähig machen

Der Trierische Volksfreund stellt in einer Reihe „Auf ein Getränk mit...“ die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Thalfang vor. Mit Christian Synwoldt, dem Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen aus Malborn, waren wir im Rosenhill Bed and Breakfast in Thalfang.

Café au lait ist das Getränk des Morgens für Christian Synwoldt, dem Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Thalfang. Für den 58-jährigen Malborner hängt die Wahl des Getränks mit dem Ambiente zusammen, das er sich für das Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund gewünscht hat. Denn wir sind zu Gast im Rosenhill Bed and Breakfast bei Raphael Ioppo, einem Luxemburger, der französische Wurzeln hat.

Der Elektrotechnik-Ingenieur Synwoldt ist, wie er erzählt, viel herumgekommen und hat sich stets mit seinem jeweiligen Gastland beschäftigt. Dazu gehörte es, dass er sich in der jeweiligen Landessprache von ihm sogenannte „Speisekarten-Fremdsprachenkenntnisse“ aneignete. Und er versuchte, sich auch an die im Lande herrschenden Essgewohnheiten anzupassen – ganz egal, ob er sich in Bulgarien, Saudi-Arabien oder auf den Kapverden befand. Diese Angewohnheit hat er sich auch im Hochwald bewahrt. Und weil er an diesem Tag bei einem frankophilen Gastgeber weilte, fiel die Wahl auf das französische Heißgetränk.

Apropos anpassen: Seit elf Jahren lebt der gebürtige Berliner mit seiner Ehefrau in Malborn. Das sei schon eine Umstellung gewesen. Im Hochwald sei man in vielen Dingen gelassener, „manchmal zu gelassen“, findet er. Allerdings weiß er als Mensch, der 30 Jahre seineS Lebens in Großstädten verbracht hat, im Hochwald auch etwas anderes zu schätzen: „Viele Menschen hier wissen gar nicht, was Fläche für ein Luxus ist.“ In einem Haus zu wohnen, einen Garten zu haben und in wenigen Minuten in freier Natur zu sein – das würden viele Städter nicht kennen, die womöglich in einer kleinen Wohnung ohne Balkon leben. Und für die Menschen hier sei das indes selbstverständlich. Erst in Corona-Zeiten habe sich das etwas geändert.

Vor zwei Jahren bezogen die Synwoldts ihr eigenes Haus in Malborn. „Das habe ich selbst geplant“, sagt er nicht ohne Stolz. Viel Freude macht ihm die selbst angelegte Streuobstwiese mit neun Obstbäumen, auch wenn Aufwand und Ertrag derzeit in keinem Verhältnis stehen würden. Die gesamte Ernte bestehe in diesem Jahr aus sage und schreibe „einer Pflaume und drei Kirschen“: Dennoch ist der eigene Anbau für ihn wichtig. Es gebe einfach große Qualitätsunterschiede bei Obst und Gemüse, und aus dem eigenen Garten sei alles „tatsächlich bio“ . Es sind eben Lebensmittel, „an denen kein Gift klebt“, sagt der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen. Ein wichtiger Nebeneffekt: Die Synwoldts können sich irgendwann zumindest zum Teil selbst versorgen.

Und es gibt einen weiteren Grund zur Freude für den Hobbygärtner. Denn die ältere seiner beiden Enkelkinder (3) zeigt bereits großes Interesse am Garten. Ständig frage sie ihn aus, wie die Bäume heißen, warum man sie gießt und welche Tiere zum Vorschein kommen, wenn man einen Stein hochhebt. Synwoldt ist beeindruckt: „Für eine Dreijährige ist das sehr ungewöhnlich.“

Das zweite Hobby wird derzeit  vernachlässigt und fristet sein Dasein in Kartons verpackt: eine Modelleisenbahn. Schon als Kind habe er eine besessen. Aus Platzmangel wurde sie stets nur für ein paar Tage auf dem Teppich aufgebaut. „Wenn die Mutter mit dem Staubsauger kam, war der Spaß vorbei.“

Als Student befasste er sich wieder mit dieser Leidenschaft, erneut mit einer Märklin HO. Aber diesmal nahm das Hobby andere Formen an: Er befasste sich auch mit der Steuerung der Bahn, entwickelte Schaltungen und bestückte Platinen mit Bauteilen. Schon bald stellte er fest, dass man damit auch Geld verdienen kann.

Synwoldt sagt von sich selbst, er sei ein „analytisch denkender Mensch“. Als Diplomingenieur und Berater sei er es gewohnt, „sich ständig neuen Aufgaben zu stellen und in stets wechselnden Teams Lösungen zu finden“. Systematisch unterstütze und berate er Kommunen und Institutionen beim Einsatz regenerativer Energien und Energieeffizienz.

Von seinen Fähigkeiten könne die Verbandsgemeinde Thalfang profitieren, bislang als Mitglied des Verbandsgemeinderates, künftig, falls er gewählt wird, als Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Diese stehe derzeit vor vielen Problemen, von der zunehmenden Verschuldung über den fortschreitenden Klimawandel bis hin zur „festgefahrenen Kommunalreform“, die sich zuletzt mit dem Investitionsstau beim Thema Wasser/Abwasser befasst hatte.

Für ihn sei beim Thema Kommunalreform nicht ausschlaggebend, welches der Dörfer in welche Verbands- oder Einheitsgemeinde wechseln wolle. Ortsgemeinden würden, wenn sie wechseln, ihre Probleme mitnehmen. Diese seien nicht weg. Etwa die Trinkwasserversorgung vor dem Hintergrund des Klimawandels. Und diese Probleme müssten gelöst werden – für die nächsten Generationen. Denn die Verbandsgemeinde Thalfang soll, so Synwoldt, enkelfähig werden (siehe Extra).