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Christoph Czichy leitet den DRK-Rettungsdienst Eifel-Mosel Hunsrück

Rettungswesen : DRK-Rettungsdienst Eifel-Mosel Hunsrück steht unter neuer Leitung

Mehr als zwei Jahre war die Stelle des Leiters Rettungsdienstes in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Daun vakant. Jetzt hat ein erfahrener Mann die Aufgabe übernommen.

Der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Eifel-Mosel Hunsrück (EMH) hat wieder einen eigenen Geschäftsführer: Der 54 Jahre alte Jan Christoph Czichy hat Anfang Juni die Leitung übernommen. 2019 hatte sich der Aufsichtsrat von der damaligen Geschäftsführerin Ilse Pazen-Prinz getrennt. Seitdem waren ihre Aufgaben von Diana Peters, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Vulkaneifel und ihrem Kollegen Carsten Berg (Bernkastel-Wittlich) mit übernommen worden.

Mit Czichy hat sich der Aufsichtsrat für einen Mann mit viel Erfahrung im Rettungsdienst als Geschäftsführer entschieden. Ulf Hangert, Vorsitzender des Aufsichtsrats, erwartet, dass es deshalb mit Czichy einen kräftigen Schritt in die Zukunft geht. „Wir haben es mit Änderungen und gestiegenen Anforderungen in der Sozialgesetzgebung zu tun, wie bei der Ausbildung von Rettungssanitätern und Notfallsanitätern“, sagt Hangert. Zudem hofft er, dass nach zwei Jahren, in denen der Posten nicht mit einer festen Person besetzt war, Kontinuität und Ruhe ins Unternehmen kommt. Die ein oder andere Rettungswache werde auch baulich verändert. Das werde der neue Geschäftsführer mitbegleiten, sagt Hangert.

Jan Christoph Czichy ist verheiratet und hat einen Sohn. Derzeit lebt seine Familie in Erftstadt, will aber auf lange Sicht in die Region umziehen. Bis dahin wohnt der passionierte Ruderer in Plein. Weiterhin hat sich Czichy ehrenamtlich viel im Kinderpflegewesen engagiert.

Beruflich hat der gebürtige Hannoveraner nach vier Jahren bei der Bundeswehr eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen, von der er mehr als zehn Jahre bei der Berufsfeuerwehr Hannover beschäftigt war. Als 38-jähriger ist Czichy dann zu Hilfsorganisationen gewechselt. „Seit 1997 arbeite ich ununterbrochen im Rettungsdienst“, sagt er. Darunter seien private Firmen gewesen, aber auch Organisationen wie der Malteser Hilfsdienst und der Arbeiter-Samariter-Bund.

Derzeit verschafft sich Czichy einen Überblick über sein Tätigkeitsgebiet und besichtigt die Einrichtungen, für die er künftig verantwortlich ist – wie die zehn Rettungswachen an Mosel, Hunsrück und Eifel, das Notarzteinsatzfahrzeug in Kues, den Hubschrauber in Wittlich und die Rettungsleitstelle in Trier.

Wie ist der erste Eindruck des neuen Geschäftsführers? „Die Einrichtungen sind alle sehr gut geführt“, sagt er. Einige Rettungswachen seien baulich in gutem Zustand, andere nicht. „Insbesondere Manderscheid hat dringend baulichen Bedarf“, sagt er. Sein erster Eindruck über sein neues Arbeitsgebiet ist allerdings noch nicht komplett. „Ich schaue mir alles an und höre zu“, sagt er.

Worin sieht Czichy seine Hauptaufgabe? „Dauerhaft den Rettungsdienst sicherstellen“, sagt er. Dies sei keine Eventualaufgabe. „Wir können nicht schließen, sondern müssen an 365 Tagen 24 Stunden lang da sein.“ Das beinhalte ausreichende Mengen an Personal und an Material für die Einsätze. Was gerade bei den Mitarbeitern nicht einfach sei. Denn jede Krankheitswelle komme auch zu den Rettungsdiensten.

Unter dem Fachkräftemangel leiden alle Organisationen. „Die personelle Ausstattung ist ziemlich knapp“, sagt Czichy zu seinem Verantwortungsgebiet.

„Rettungsdienst ist ein Knochenjob“, weiß er und stelle hohe Anforderungen an Physis und Psyche. „Die Rettungskräfte fahren 1000 mal raus, und alle 1000 Fälle sind anders“, sagt Czichy. Aufgrund der knappen Verfügbarkeit an Fachkräften sei eine gute Personalplanung genauso wichtig wie eine gute Arbeit, um die Mitarbeiter zu halten. Die Retter lebten auch von der Wertschätzung, sagt er. „Das zu vermitteln ist eine Kernaufgabe“, sagt er.

Für ihn ist Rettungsdienst ein Dienst für die Gesellschaft und die Menschen. Und deshalb ist er erschrocken über die Mentalität der Menschen, die in den Rettungswagen vermehrt eine Dienstleistung der Krankenkassen sehen und Gründe suchen, einen Rettungswagen zu bestellen, obwohl es nicht notwendig sei. Zudem erschreckt es ihn, dass Rettungskräfte angegriffen werden. „Das ist was ganz Schreckliches“, sagt er. Der Rahmen dessen, wie Menschen miteinander umgehen, werde nicht selten verlassen, sagt Czichy mit Blick auf Diskussionen in Multimedia-Foren. „Das macht mich bisweilen ratlos und traurig. Ich wünsche mir einen guten Umgang mit unseren Rettern.“