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Corona-Ausbruch in Wittlicher JVA eingedämmt

Pandemie : Corona-Ausbruch in Wittlicher JVA eingedämmt

Covid-19 macht auch vor den Gefängnismauern der JVA Wittlich nicht Halt.

Das Infektionsgeschehen in Einrichtungen beschränkt sich im Landkreis Bernkastel-Wittlich nach Auskunft der Kreisverwaltung derzeit auf relativ wenige Fälle in einem Altenheim in Traben-Trarbach. Zudem trat vergangene Woche „innerhalb der JVA Wittlich ein Infektionsgeschehen auf, wonach drei Mitarbeiter und ein Inhaftierter positiv getestet wurden“, erklärt die Kreisverwaltung. Corona hinter Gittern? Der TV hat Jörn Patzak, Leiter der JVA Wittlich, um einen aktuellen Lagebericht aus der Justizvollzugsanstalt gebeten.

Von einem „Infektionsgeschehen“ in der JVA Wittlich könne derzeit keine Rede mehr sein, sagt Patzak. Denn aktuell gebe es bereits schon gar keinen akuten Covid-19-Fall unter den Gefangenen mehr. Patzak: „Von den Bediensteten ist aktuell eine Person erkrankt und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Ansonsten hatten wir seit April 2020 in der JVA Wittlich lediglich vereinzelte Fälle von Personen, die positiv auf Covid-19 getestet worden sind, nämlich insgesamt zwei Gefangene und fünf Bedienstete.“

Vor welche Herausforderungen stellt die Coronapandemie die Leitung und das Personal der JVA? Und mit welchen Maßnahmen reagiert die JVA-Leitung auf ein Ausbruchsgeschehen hinter Gittern?

„Die notwendigen Maßnahmen bei positiven Covid-19-Fällen werden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Bernkastel-Wittlich getroffen“, sagt Patzak.

Seit März 2020 habe man umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung des neuen Coronavirus in der JVA Wittlich zu verhindern.

Ein Beispiel sei die Unterbringung der Gefangenen nach Zugang für die Dauer von mindestens 14 Tagen innerhalb einer „Risiko-Kohorte“ in einem „Isolationsbereich“ in Einzelunterbringung. „Die Gefangenen der entsprechenden Kohorte können sich täglich eine Stunde im Freien gemeinsam aufhalten.“ Dabei seien sie verpflichtet, die AHA-Regeln, auf die auch durch Piktogramme hingewiesen werde, einzuhalten, insbesondere auch eine von der Anstalt zur Verfügung gestellte Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, die von der Anstalt regelmäßig getauscht und gereinigt werde.

Zudem habe man für die Häftlinge, die in den JVA-Versorgungsbetrieben (Küche, Bäckerei, Wäscherei) arbeiten, getrennte Abteilungen eingerichtet. Patzak: „Die Gefangenen arbeiten in getrennten Schichten, wodurch sie nur innerhalb der jeweiligen Abteilung Kontakt zueinander haben, ein Kontakt zu anderen Gefangenen der JVA Wittlich besteht nicht.“

Zudem gebe es Einschränkungen beim Besuch. Zum Ausgleich sei die Kontaktmöglichkeit über Videotelefonie eingeführt worden.

Die beiden bislang infizierten Gefangenen seien im Justizvollzugskrankenhaus isoliert worden. Beide positiv auf Covid-19 getesteten Häftlinge, so Patzak, hätten keinerlei Krankheitssymptome gezeigt.

Aber wie und wann wurde das Virus in die JVA Wittlich eingeschleust? Gibt es darüber Erkenntnisse? Patzak: „Die beiden infizierten Gefangenen kamen von außerhalb. Eine Infektion von Gefangenen innerhalb der JVA Wittlich hat bislang nicht stattgefunden.“ Die größte Gefahr einer Infektion der Gefangenen liege in der Übertragung des Virus durch Bedienstete. Um dies zu verhindern, bestehe innerhalb der JVA für die Bediensteten weitestgehend eine Mundschutzpflicht. Patzak: „Es wird auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln geachtet, sofern Sicherheitsbelange dem nicht entgegenstehen.“