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Corona: Einschränkungen verlangen Schwangeren und Wöchnerinnen viel ab.

Corona : Schwierige Zeiten auch für werdende Eltern

Die Einschränkungen im Zuge der Pandemie verlangen Schwangeren, Entbindenden und Wöchnerinnen viel ab.

Der Alltag werdender Mütter, Entbindender und Wöchnerinnen ist völlig anders als noch vor wenigen Wochen – und einiges ändert sich wegen der Corona-Pandemie weiterhin. Der direkte Kontakt, einschließlich Vier-Augen-Gesprächen, ist auf das absolut Notwendige reduziert. Werdende Väter sind zwar noch im Kreißsaal willkommen. Doch sie können nicht mehr – wie Anfang März noch üblich – bleiben und in Patientenzimmern übernachten. Geschwister von Neugeborenen und weitere Angehörige müssen eh zuhause bleiben.

Unverändert ist der Rund-um-die-Uhr-Einsatz von Hebammen- und Geburtshilfe-Teams, Ärzten und Pflegekräften wie in der Geburtshilfe Wittlich des St.-Elisabeth-Krankenhauses. Doch wenn sich Hochschwangere nun zur Geburt telefonisch anmelden, müssen sie mit angeben, ob sie an Covid-19 erkrankt sind oder auch nur der Verdacht besteht. Ist das der Fall, gibt es besondere Informationen zur Vorbereitung, zu Schutzvorkehrungen und Klinikabläufen. So erhalten Schwangere einen Mund-Nasenschutz und werden in einem „Isozimmer“, einem Einzelzimmer mit Bad, untergebracht. Außerdem entbinden sie in einem speziellen Kreißsaal, und für Kaiserschnitt-Geburten gibt es Vorkehrungen in Operationssälen und Patientenzimmern.

Die Klinik sei auch für diese Personengruppe „ein verlässlicher Partner“, betont Peter Georg Locher, Chefarzt der Geburtshilfe Wittlich. Bisher habe aber noch keine Mutter, „die selbst an Covid-19 erkrankt oder ein Verdachtsfall war“, bei ihnen entbunden.

Beate Rabeh vom Hebammenteam Wittlich bedauert die generell belastende „Corona-Stimmung“, die vor allem Schwangere sehr viel Unsicherheit aussetze. Weniger wegen der Entbindung selbst, sondern eher, weil sie sich sorgten, dass der Partner vielleicht doch nicht mit in den Kreißsaal dürfe. Das Team versuche zwar, vieles möglich zu machen, müsse sich aber an die Vorgaben halten, was nicht immer auf Verständnis stoße. Dankbar ist sie für die enorme Leistung von Kolleginnen, die ungeachtet der zeitgleichen Betreuung schulpflichtiger oder auch jüngerer Kinder weiter alle im Dienst seien.

Auch Team-Kollegin Katharina Crass spricht von spürbaren Sorgen der Schwangeren, die sich etwa häufiger vorab bei ihnen erkundigten: „Wir merken, dass die Mütter in der aktuellen Situation etwas mehr verängstigt sind und unsicherer.“ Die meisten hätten aber Verständnis und seien dankbar, „dass auch in der aktuellen Zeit eine Begleitperson zur Geburt in den Kreißsaal mitkommen darf“. Als positiv erlebten sie, dass sich die Eltern nun nur auf sich und ihr Kind konzentrieren könnten, eine Ruhe, die auf die Kinder ausstrahle.

Alles anders ist auch für freiberufliche Hebammen wie Ute Krause aus Thalfang. Angebotene Schwangeren-Vorsorge, Wochenbett-Besuche und Kurse für Schwangere und Frauen nach der Geburt finden derzeit generell nicht statt. Nur Hausbesuche bei Wöchnerinnen gebe es nach wie vor – wenn auch möglichst kurze: „Auch in Zeiten von Corona.“

Natürlich sei es nicht schön für Wöchnerinnen, wenn ihre Hebamme nur eine Viertelstunde vorbeischaue, weiß auch Melanie Germeshausen, Kreisvorsitzende der Hebammen der Stadt Trier und der Kreise Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm aus eigener Erfahrung.

Doch Gespräche wie zur Geburtsvorbereitung finden sogar möglichst ausschließlich telefonisch oder per Video statt. Frauen nutzten zudem öfter die Möglichkeit ambulanter Entbindungen, und stationär Entbindende blieben oft kürzer als bisher in der Klinik. Nicht nur wegen der Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch, weil sie ihre Familienangehörigen vermissten. Wichtig sei aber, dass die weitere Betreuung zuhause gewährleistet sei.