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Corona: Inzidenz über 100 - Bernkastel-Wittlich droht Ausgangssperre

Pandemie : Inzidenz über 100: Dem Kreis Bernkastel-Wittlich droht eine Ausgangssperre (Grafik)

Es gibt zu viele neue Coronafälle: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt über der kritischen Marke von 100. Ab Montag, 19. April, drohen schärfere Coronaregeln im Kreis Bernkastel-Wittlich. Warum der Samstag zum Tag der Entscheidung wird und was dann genau passiert:

Es drohen die schärfsten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie: Nach Auskunft der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hat die Inzidenz des Landkreises am Donnerstag die kritische Marke von 100 überschritten. Demnach könnte auch der Kreis Bernkastel-Wittlich – frühestens ab Montag – eine nächtliche Ausgangssperre für die Bevölkerung verhängen. Außerdem würden Lockerungen rückgängig gemacht und ab Montag viele weitere Corona-Regeln verschärft.

Inzidenz Die Sieben-Tage-Inzidenz des Landkreises stieg am Donnerstag, 15. April, von 94,2 auf 102,2 Fälle je 100 000 Einwohner und damit erstmals seit 95 Tagen wieder über einen Inzidenzwert von 100 Fällen je 100 000 Einwohner.

Konsequenz Doch das einmalige Überschreiten dieser Marke hat noch keinen Automatismus zur Folge. Erst wenn die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegen sollte, hätte der Landkreis kraft Verordnung eine Muster-Allgemeinverfügung zu erlassen, die landläufig als „Notbremse“ bezeichnet wird. Dieses Schicksal ereilte am Donnerstag erneut den Vulkaneifelkreis, der die „Notbremse“ zog und „einschränkende Schutzmaßnahmen“ wie Ausgangsbeschränkungen erlassen hat.

Szenario Samstag wird zum Tag der Entscheidung. Sollte die Inzidenz des Landkreises Bernkastel-Wittlich bis zum Meldezeitpunkt am Samstag, 11 Uhr, weiterhin über 100 liegen, muss die Kreisverwaltung handeln. Gemäß der Landesverordnung könnte der Landkreis ab Montag folgende Maßnahmen ergreifen: eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Ausnahmen würden nur bei triftigen Gründen wie beispielsweise der Ausübung der beruflichen Tätigkeit oder der Versorgung von unterstützungsbedürftigen Personen wie auch für das Gassigehen mit dem Hund gelten.

Zudem müssten sich die Kreisbewohner an verschärfte Kontaktbeschränkung (maximal eigener Hausstand plus eine weitere Person) halten. Zudem würde die Schließung des Einzelhandels (Termin-Shopping nur mit Einzelterminen, eingeschränkt mit nur einer Person oder einem Hausstand pro Termin, unabhängig von der Größe des Geschäftes) drohen. Ausgenommen von den Schließungen wären unter anderem Lebensmittelhändler, Buchhändler, Baumärkte, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte, Blumenfachgeschäfte, Gärtnereien, Gartenbaubetriebe sowie Gartenbaumärkte.

Dagegen erneut schließen müssten Kosmetik-, Wellnessmassage-, Tattoo- und Piercing-Studios. Dienstleistungen, die hygienischen und medizinischen Gründen dienen wie solche von Optikern, Hörgeräteakustikern, Physio-, Ergo-, und Logotherapien oder der Fußpflege wären weiterhin erlaubt. Auch Frisöre dürften weiterhin ihrem Handwerk nachgehen, wären aber zur Kontaktdatenerfassung und zur vorherigen Terminvergabe verpflichtet

Museen, Ausstellungen und ähnlichen Einrichtungen müssten ebenfalls wieder schließen, Tierparks wären nur im Außenbereich geöffnet

Sport wäre nur im Freien und nur alleine, zu zweit oder mit Personen, die dem eigenen Hausstand angehören, zulässig. Beim Sport gilt das Abstandsgebot. Trainings- und Wettkampfsituationen im Amateur- und Freizeitsport sind untersagt.

Die Außengastronomie müsste erneut schließen. Verkaufsstellen müssten ab 21 Uhr dicht machen.

Abhol-, Liefer- und Bringdienste gewerblicher Einrichtungen wären nach vorheriger Bestellung unter Beachtung der allgemeinen Schutzmaßnahmen weiterhin zulässig. Darüber hinaus würden weiterhin die Hygieneregeln einschließlich der Maskenpflicht gelten

 Die zusätzlichen Maßnahmen werden, wenn notwendig, per Allgemeinverfügung angeordnet und solche würde frühestens am Montag, 19. April, in Kraft treten.

Unsere Zeitung wird über alle weiteren Maßnahmen und mögliche Ausgangsbeschränkungen für Bernkastel-Wittlich ausführlich berichten (auch auf volksfreund.de).