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Corona: Tourismus läuft in Traben-Trarbach wieder an

Tourismus : Es kommen wieder mehr Gäste nach Traben-Trarbach

Auch in Traben-Trarbach steigern sich die Besucherzahlen trotz der strengen Corona-Auflagen. Kirsten Haag von der Tourismus-Info kann der Krise trotz des erhöhten Personalaufwandes sogar einen kleinen Vorteil abgewinnen.

Monatelang war an der Mosel nichts los. Der Lockdown, die Maskenpflicht und das komplizierte Erfassen der persönlichen Daten von Besuchern machten einen Besuch an der Mosel nicht gerade attraktiv. Dennoch hat die Zahl der Besucher in den vergangenen Wochen zugenommen. Das meldet die Tourist-Info in Traben-­Trarbach. Damit ist auch ein Ende der zu Beginn der Krise verhängten Kurzarbeit in Aussicht, wie Stadtbürgermeister Patrice Langer sagt: „Wir haben damals Kurzarbeit gemacht, um den Tourismusbeitrag zu senken. Jetzt haben wir wieder eine gute Ansprache der Touristen und auch wieder einen hohen Beratungsaufwand“.

Vor allem die Führungen durch die vielen historischen Keller seien gefragt, sagt Kirsten Haag, Leiterin der Tourist-Info. In diesen alten Kellern wird auch alljährlich der Mosel-Wein-Nachts-Markt angeboten, der sich inzwischen zu einem Besuchermagneten entwickelt hat.

Mit den Kellerführungen unter Corona-Bedingungen sei aber auch wieder mehr Aufwand verbunden, erklärt Haag. „Früher hatten wir Gruppen von bis zu 40 Personen pro Gästeführer. Das ist jetzt nicht mehr machbar, da die Höchstzahl der Gruppen bei 15 Personen liegt,“ sagt Haag. Deshalb benötige man im Schnitt drei Mal mehr Gästeführer für dieselbe Anzahl an Personen. Das sei auch wegen der Ansteckungsgefahr wichtig, da die Keller nicht genug Lüftungsmöglichkeiten bieten. „Aber trotzdem sind die Gäste froh und dankbar, dass es überhaupt ein Angebot gibt,“ bilanziert Haag. Man müsse eben viele Abläufe umstrukturieren. Immerhin habe es seit Mitte Juni 27 Führungen gegeben, an denen 376 Personen teilgenommen haben.

Patrice Langer bestätigt: „Das Feedback der Touristen ist momentan sehr gut und die Tourist-Info unterstützt sie gerne. Es gibt auch keine Probleme oder Diskussionen mit den Gästen um die Maskenpflicht. Wir haben kein Problem damit, die Sicherheitsabstände zu wahren.“

Was die in vielen Orten ausgefallenen Weinfeste betrifft, bleibt Kirsten Haag positiv: „Die Leute sind so froh, endlich überhaupt in Urlaub fahren zu können, da erwarten sie gar keine Feste mehr.“ Stattdessen würden die Themen „Geocaching“, geführte Radtouren – auch mit E-Bikes – , Wandern und vor allem Entschleunigung hoch im Kurs stehen.

Ein Gutes habe die Corona-Krise: „Der etwas verstaubte Charakter der Mosel ist weg. Es sind in dieser Saison auch viele jüngere Menschen und Familien unterwegs. Das hat zugenommen. Es gibt viele Freundes- und Familienausflüge in der Heimat,“ sagt Haag.
Außerdem sei ein langwieriges Projekt kurz vor dem Abschluss: Im Herbst soll der „Franzosensteig“ öffnen. Das ist ein Kletter-Wanderweg, der ähnlich anspruchsvoll werden soll wie der Bremmer Calmont und damit ein alpines Klettererlebnis verspricht. Patrice Langer: „Der wird von der Grevenburg bis zur Himmelspforte führen und soll im Herbst eröffnet werden.“