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Corona: Wittlicher Gesundheitsamt stelle freiwillige Services ein

Corona: : Keine Hotline mehr, Teststelle nur noch für Einrichtungen

Wie sieht die praktische Seite der neuen Corona-Regeln aus? Wie sollen die Behörden damit umgehen. Die Kreisverwaltung hat sich auf einen eigenen Kurs festgelegt. Das Wittlicher Gesundheitsamt muss einige Leistungen einstellen.

Seit Mittwoch gilt die neue Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz. Je nach Hospitalisierungsgrad gelten 2G- oder auch 2Gplus-Regeln im öffentlichen Leben. Seit Wochen gibt es täglich neue Rekordmeldungen bei den Corona-Infektionszahlen. Damit geht einher, dass natürlich auch mehr getestet wird. Bereits im September hatte Landrat Gregor Eibes darauf hingewiesen, dass die mit der Corona-Bekämpfungsverordnung verbundene „Absonderungsordnung“ kaum mehr zu gewährleisten sei.

Denn wer positiv getestet ist, muss sich für einen gewissen Zeitraum in häusliche Quarantäne begeben. Und diese Quarantäne muss von den Behörden überwacht werden. In der Regel durch Anrufe oder Besuche von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes.

Das brachte damals schon das Wittlicher Gesundheitsamt an die Kapazitätsgrenze, weshalb Eibes beim Ministerium in Mainz die „Überlastungsanzeige“ erstattet hat. Damit wird signalisiert, dass die Behörde ihre Aufgaben nicht mehr vollumfänglich erfüllen kann – das ist gewissermaßen eine arbeitsrechtliche Rückversicherung für den Behördenchef.

Immerhin konnten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Wittlich bis jetzt noch alle Erkrankten und deren Kontaktpersonen zumindest individuell beraten und testen.

Aber angesichts der enorm steigenden Infektionszahlen meldet die Kreisverwaltung nun, dass die personellen Ressourcen auch in diesem Arbeitsbereich zurzeit erschöpft sind. Mike Winter vom Stab des Landrates sagt: „Das Gesundheitsamt Bernkastel-Wittlich kann die positiv Getesteten und Erkrankten nicht mehr kontaktieren. Diese Personen müssen sich gemäß der Absonderungsverordnung in häusliche Quarantäne begeben und selbständig ihre Hausstandsangehörigen und Kontaktpersonen informieren.“

Die kontaktierten Hausstandsangehörigen und Kontaktpersonen müssen sich dann ebenfalls selbständig in Quarantäne begeben, wenn sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Winter erinnert an die Vorschriften: „Die Quarantäne erfolgt dann in der Regel für 14 Tage für Positive beziehungsweise zehn Tage für Hausstandsangehörigen und Kontaktpersonen.“

Das Gesundheitsamt bittet zudem alle positiv Getesteten und an Corona Erkrankten, die im Gesundheits- oder Pflegebereich tätig sind, sich an ihre Arbeitgeber zu wenden. Diese würden dann das Fallgeschehen mit dem Gesundheitsamt besprechen.

Auch beim Testangebot des Landkreises müssen nun Abstriche gemacht werden. Dieses sei eine freiwillige Aufgabe, die das Gesundheitsamt neben den zahlreichen anderen Tätigkeiten in der Bewältigung der Corona-Pandemie zusätzlich übernommen habe und die nun nicht mehr in dem Umfang aufrecht erhalten werden könne.

Die Wittlicher Teststelle ist die einzige kommunal betriebene Einrichtung dieser Art und Größe in Rheinland-Pfalz. Winter: „Sie steht ab sofort jedoch nur noch für Ausbruchsgeschehen in Einrichtungen wie beispielsweise Kitas, Schulen oder Pflegeeinrichtungen zur Verfügung. Ab dem 1. Dezember 2021 kann die Station auch keine Personen mit Überweisungen von Ärzten zur Testung annehmen. Bürgertests und Tests für Selbstzahler können ebenfalls nicht mehr an der Teststation des Landkreises durchgeführt werden.“

Aufgrund des hohen Infektionsgeschehens kann die Hotline des Gesundheitsamts derzeit nicht betrieben werden. Daher verweist das Gesundheitsamt auf die Antworten der Landesregierung zu den häufig gestellten Fragen im Internet (https://corona.rlp.de/de/service/faqs).

Winter sagt: „Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich bedauert diese Schritte sehr und bittet die Bürgerinnen und Bürger von Anrufen oder Mails abzusehen, da dies nur weitere Kapazitäten binden würde. Das Gesundheitsamt appelliert noch einmal an alle bisher ungeimpften Bürgerinnen und Bürger sich impfen zu lassen. Dies sei nach wie vor der wirksamste Schutz vor schweren Krankheitsverläufen.“