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Corona zum Trotz: Wittlicher feiern Karneval

Karneval : Corona zum Trotz: Wittlicher feiern Karneval

Schon im Sommer hatten sich die Wittlicher Karnevalsvereine und die einzelnen Stadtteile zusammengesetzt, um ein Konzept für die Fastnacht in Corona-Zeiten zu erstellen. Trotz der aktuellen hohen Infektionszahlen wird virtuell vieles möglich sein.

Wegen des Coronavirus die Fastnacht ganz ausfallen zu lassen, das kommt für die Wittlicher Narren nicht infrage. Deshalb haben sich die Vertreter der Wittlicher Narrenzunft, der Schääl-Saidt, der Burgnarren Neuerburg und der Karnevalsgemeinschaft Wengerohr schon vor Monaten getroffen und gemeinsam die „Cooperation Lachen: Ortsteile+Wittlich= Narren“ kurz „Clown“ gegründet.

Klar, eine Saalfastnacht kann es in diesem Jahr nicht geben, auch kein Schunkeln und Küsschen auf den Straßen, aber es ist was möglich. Hermann Barzen, der für die Gruppe spricht, erklärt: „Man muss es wollen, dass etwas passiert. Und hier ist momentan richtig viel im Gange.“

Angedacht war, an den Karnevalstagen eine Tingel-Show in allen Stadtteilen aufzuführen, indem man an verschiedenen Plätzen eine Mischung aus Tanz, Corona Polonäse, kurzen Vorträgen und Sketchen zeigen würde. „Das ist momentan nicht umsetzbar, aber wir werden virtuell feiern. Alle fünf Stadtteile sind dabei, und jeder wird mindestens einen Beitrag leisten, auch Lüxem, Dorf und Bombogen, die keine eigenen Karnevalsvereine haben“, so Hermann Barzen.

Der virtuelle Karneval ist auch schon in vollem Gange. Jede Woche sonntags wird um 18 Uhr ein Video auf den verschiedenen Plattformen, wie Youtube und Facebook eingestellt, dass beispielsweise eine Tanzsequenz zeigt, einen Vortrag aus den vergangenen Jahren oder Clown Conny, der pantomimisch Freude bringt. „Das kommt an“, weiß Hermann Barzen „oft haben wir zwischen 500 und 800 Aufrufe. Es gibt aber auch Videos, die sind 4800 mal gesehen worden. Da sind wir sehr stolz drauf.“

Weiter erklärt er: „Und besonders freut uns, dass es so viele junge Menschen sind, die sich die Videos anschauen und dass aus allen Stadtteilen viel Resonanz da ist.“ Er und seine Kollegen aus den anderen Stadtteilen und Vereinen sehen in der Corona-Krise auch eine Chance, weitere Zielgruppen anzusprechen. Insgesamt werden, neben den wöchentlichen virtuellen Beiträgen, in der Woche ab dem 7. Februar bis Aschermittwoch, das ist in diesem Jahr der 17. Februar, 20 närrische Beiträge laufen. Mit dabei sein werden, Klassiker wie die Hobelbank, die natürlich aktuell auf die Geschehnisse in diesem Jahr mit fetzigen Melodien eingeht, Sketche und Gesangsbeiträge, die corona-konform aufgenommen wurden.

„Das ist ein Riesenaufwand. Da müssen Drehbücher geschrieben werden, die beteiligten Personen müssen vorher telefonieren und sich genau absprechen, damit man sich nicht zu nahe kommt. Dann wird überlegt, wie man die Dinge in die Realität umsetzen kann.

Eine Blaupause gibt es da nicht“, berichtet Hermann Barzen und sagt abschließend zu dem Thema: „Wenn nicht Corona wäre und die Leute zu Hause so viel Zeit hätten, könnte man so einen Aufwand gar nicht betreiben.“

Er selbst freut sich besonders, dass die Prinzenproklamation am Weiberdonnerstag stattfinden kann und per Internet übertragen wird. „Da ist ein genauer Ablauf festgelegt worden, und ich gehe davon aus, dass es funktioniert.“

Der Termin für den Sommerkarneval steht ebenfalls fest. Er wird vom 4. bis 6. Juni stattfinden. Und die Organisatoren gehen davon aus, dass er stattfinden wird. Hermann Barzen meint dazu: „Bis dahin ist ja noch Zeit. Die Pandemie wird dann hoffentlich so weit im Griff sein, dass man wieder feiern kann, vielleicht noch mit Auflagen.“

Weitere Informationen unter: www.clown-wittlich.de chb