Couscous und eine Polonaise

BERNKASTEL-KUES. 80 Gäste haben die Chance genutzt, Mali und einige seiner Einwohner näher kennen zu lernen. Dabei erlebten sie dank Peter Brucker von der Mali-Hilfe am eigenen Leib ein Stück Kultur der westafrikanischen Republik.

Amadon Biatta und Kaba Diarra entlocken ihren Trommeln mit rhythmischen Schlägen interessante Töne. Sie tragen ein farbenfrohes festliches Gewand und singen landestypische Lieder. Schnell springt so der Funke auf die gut 80 Gäste im Hotel "Burg Landshut" über. In Zusammenarbeit mit Peter Brucker, Vorsitzender der Mali-Hilfe, hat das Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage im Kreis Bernkastel-Wittlich einen weiteren Länderabend verwirklicht. Seit 1986 engagiert sich der Longkamper Peter Brucker für Mali. Brucker schwärmt vom Land und seinen Einwohnern. "Es ist ein armes, aber schönes Land", sagt er und ist zugleich begeistert von den "toleranten und sympathischen Menschen". Von Berührungsangst keine Spur

Nach afrikanischen Rezepten wurde ein Menü aufgetischt. Typisch für Westafrika gab es einen bunten Linsensalat, dann Couscous mit Erdnusssoße, einen Rindfleischtopf mit Manjok, Yams und Bananenküchlein, ein traditionelles Dessert aus Mali. Berührungsangst war an diesem Länderabend ein Fremdwort. Die Afrikaner gingen von Tisch zu Tisch und beantworteten Fragen. Spätestens, als die Gäste die afrikanischen Gewänder anzogen und in einer Art Polonaise zu den rhythmischen Trommelklängen durch den Saal zogen, gewann eine fröhlich, entspannte Atmosphäre Überhand. Alles wirkte wie selbstverständlich. Festgewänder, traditionelle Bauernkleidung, Frauen- und Männergarderobe mit entsprechender Hose, Unterrock und Kopfbekleidung wechselten den Besitzer. "Die Kleider haben gar nicht gereicht, so viele wollten mitmachen", freut sich der Vorsitzende vom Bündnis, Yaghoub Khoschlessan. "Das war eine Stimmung, die wir noch in keiner unserer Veranstaltungen hatten", schwärmt er von der erlebten Nähe zwischen den Völkern. "Es tut gut, wenn etwas vor der weiten Welt zu uns kommt, das gegen die Enge unserer Kessellage, sowohl geografisch wie mental, etwas macht", sagt Justinus Calleen aus Wittlich. Dabei sei die Kultur noch das beste Medium, findet er. Auch Raimund Bernhard aus Gonzerath ist begeistert. "Das Essen war sehr lecker, dazu die Musik und die Völkerverständigung, es war toll." Und Hans-Peter und Felicitas Emmerich aus Gonzerath finden: "Diese kulturelle Veranstaltung hätte einen größeren Rahmen verdient". Unermüdlich setzt sich Brucker für Mali ein. In den vergangenen Jahren konnten dank der Mali-Hilfe, die die Spendengelder ohne Abzüge einsetzt, über 1,2 Millionen Euro investiert werden. Bisher wurden zwölf Schul- und Kindergartenprojekte sowie zwölf Entbindungsstationen und kleinere Sanitätsstationen in verschiedenen Regionen Malis verwirklicht. Der westafrikanische Staat Mali liegt in der Sahelzone südlich der Sahara und ist in acht Regionen eingeteilt. Die nahezu zwölf Millionen Einwohner leben friedlich miteinander. In Mali gibt es mehr als 24 verschiedene ethnische Gruppen, das malische Radio sendet in zehn verschiedenen Landessprachen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mali-hilfe.de

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