Cusanus Hochschule profitiert von den Kugeln

Benefiz : Kauf Dir die Kugel: Konditor spendet Erlös aus Süßigkeiten-Verkauf für die Cusanus Hochschule

Der Konditormeister Norbert Hansen spendet einen Teil des Erlöses einer Süßigkeit der Cusanus Hochschule. Die gefüllte Schokolade erinnert an den Namensgeber.

Wann genau Nikolaus Cusanus das Kugel-Spiel erfand, ist nicht bekannt. Da der Kardinal und Philosoph aber 1464 starb, ist es mindestens 555 Jahre alt. Und es kann immer noch gespielt werden. Zum Beispiel im Cusanus-Geburtshaus und in einem Innenhof im Cusanusstift. Das Spiel mit den neun Kreisen um ein Zentrum und der Holzkugel mit einer Delle ist ungewöhnlich. Mit dem „Globulus Cusani“ wollte er den Menschen seine philosophischen Gedanken näher bringen. Der Mensch ist ein Kugel, aber ein unvollkommene. Denn er hat eine Delle. So interpretierte der 2009 verstorbene frühere Stadtbürgermeister und Cusanus-Experte Helmut Gestrich das Spiel. Die Kugeln erreichen ihr Ziel nicht geradlinig, sondern nur in einem spiralförmigen Lauf. Der Lauf der Kugel sei nicht exakt planbar. Und es sei nicht möglich, einen Erfolg gezielt zu wiederholen, erläutert Gabriele Neusius, die ehemalige Bibliothekarin der Bibliothek im Cusanusstift.

Der Bernkastel-Kueser Konditormeister Norbert Hansen erinnert sich an Gespräche, die vor etwa 20 Jahren begannen. „Man hat philosophiert, ob man nicht mit einer Schokolade ähnlich den Mozart-Kugeln an Cusanus erinnern kann“, sagt der Fachmann. Der Gedanke verlor sich dann wieder ein, tauchte aber immer wieder auf. Irgendwann vor ein paar Jahren machte sich Hansen dann schlau. Er fand einen Hersteller, der ihm hohle Schokokugeln mit einer Delle lieferte. Hansen recherchierte passende Ingredienzien und Gewürze der Cusanus-Zeit und füllte dann die ersten Formen. Das Rezept bleibt natürlich ein Geheimnis. Nur so viel: Zu den Zutaten der Cusanuskugel gehören Ingwer, Trester und zwei Edelschokoladen.

Die Geschichte könnte hier enden. Doch vor einigen Jahren hat die Cusanus Hochschule ihre Türen geöffnet. Professoren, Mitarbeiter und Studierende sind auch Gäste in dem Café am Marktplatz, das die Familie Hansen seit 100 Jahren betreibt. Und in Norbert Hansen und seiner Frau Konstanze reifte der Gedanke, im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas für die Hochschule zu tun – denn die wird in freier Trägerschaft geführt und muss deshalb weitgehend ohne staatliche Mittel auskommen. Von jeder verkauften kleinen Packung mit sechs Kugeln gehen 50 Cent an die Cusanus Hochschule. Von den größeren Packungen mit neun oder zwölf Kugeln spendet Hansen jeweils einen Euro. „Das ist auch ein Bekenntnis der Menschen zur Hochschule“, sagt deren Präsident Reinhard Loske. Die Hochschule ist auf Spenden angewiesen.

Es gibt verschiedene Arten der Unterstützung, zum Beispiel als Bildungspartner oder Bildungsspender. Hannes Bohne, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand, knüpft Kontakte und pflegt sie. Das Motto lautet: Nicht einige große Wohltäter sondern viele kleine. Denn Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist: Norbert Hansen verkauft nach eigenem Bekunden pro Jahr mehr als 1000 Packungen mit Cusanuskugeln. Das ergibt schon einmal einen Betrag zwischen 500 und 1000 Euro. Jeder Packung liegt übrigens ein Hinweis auf die Cusanus Hochschule bei.

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