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Cusanus-Krankenhaus sichert seit 50 Jahren medizinische Versorgung in Bernkastel-Kues und Umgebung

Cusanus-Krankenhaus sichert seit 50 Jahren medizinische Versorgung in Bernkastel-Kues und Umgebung

Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Cusanus-Krankenhauses in Bernkastel-Kues haben Redner auf dessen Bedeutung für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum hingewiesen. Wichtig sei der Verbund mit dem St.-Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich. 2018 soll die Erweiterung in Betrieb genommen werden.

Mit dem Bau des Krankenhauses waren Kreisbeigeordneter Robert Wies und Stadtbürgermeister Wolfgang Port gar nicht einverstanden. Schließlich ist den damaligen Buben die im Winter heiß begehrte Rodelbahn auf der "Michels-Wies" verlorengegangen.

Dort, wo die Kinder ihren Spaß hatten, sollte die Großbaustelle entstehen. Doch hat die Zeit die Wunden offensichtlich geheilt. Heute sei er froh über den Standort, sagte Robert Wies während der Feierstunde. Und: "Das Opfer der Kueser Rodelkinder hat sich damit gelohnt."

Vor 50 Jahren wurde dann schließlich das Cusanus-Krankenhaus in Bernkastel-Kues in Betrieb genommen. Heute ist das Flaggschiff der Region, wie VG-Bürgermeister Ulf Hangert die Einrichtung bezeichnet, Garant für die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, wie zahlreiche Redner dies beim Festakt anlässlich des Jubiläums angemerkt haben.

Sabine Bätzing-Lichtenthäler, rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, hat in ihrer Ansprache auf die Geschichte des Krankenhauses zurückgeblickt, das seinerzeit für 20 Millionen Mark gebaut worden war. "Das war eine Größenordnung, die man in einer ländlichen Region nicht kannte", sagt sie.

Noch heute erwarteten Menschen eine nahe medizinische Versorgung. Durch den Zusammenschluss 2002 mit dem St.-Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich sei eines der ersten Verbundkrankenhäuser in Rheinland-Pfalz entstanden. Angebote seien so aufeinander abgestimmt und Doppelstrukturen abgebaut worden. "Nur so ist es möglich, solche Standorte zu halten", sagt die Ministerin. Die Anforderungen an ein Krankenhaus seien altersgerechte Medizin, Fachpersonal, Anpassung an die Fortentwicklung - und das alles müsse wirtschaftlich betrieben werden. Bätzing-Lichtenthäler: "In Bernkastel-Kues ist das gelungen."

Josef Schwarz, Vorstandsmitglied der Hildegard-Stiftung, hat auf die Erweiterung des Krankenhauses hingewiesen. 2018 werde die Fachabteilung für Psychiatrie und Psychotherapie bezogen. 75 Betten sind dort vorgesehen. Sie sei damit die drittgrößte Abteilung des Verbundkrankenhauses. Für Stadtbürgermeister Wolfgang Port ist die Erweiterung ein wichtiger Meilenstein für den Erhalt des Krankenhauses. Damit sei die medizinische Versorgung für Bevölkerung und Touristen gesichert.

Nach dem Zusammenschluss habe das Cusanus-Krankenhaus weitere medizinische Schwerpunkte gesetzt, sagt Dr. Günter Merschbächer, Geschäftsführer der Cusanus Trägergesellschaft Trier. Ein medizinisches Versorgungszentrum sei hinzugekommen, ebenso die Schmerztherapie und die Palliativmedizin. Die größte Abteilung sei die innere Medizin mit 91 Betten. 2013 ist die Hauptfachabteilung für psychosomatische Medizin gegründet und im vergangenen Jahr das Angebot um die Akutgeriatrie erweitert worden.

"Eine wohnortnahe Versorgung ist ein Anliegen, für das wir kämpfen", sagt Ulrike Schnell, kaufmännische Direktorin des Verbundkrankenhauses. Mit der Verbundbildung seien zwar wichtige Weichen gestellt worden. Dennoch blieben die Vorhaltekosten für parallele Strukturen an zwei Klinikstandorten im wirtschaftlichen Druck des Gesundheitswesens eine besondere Schwierigkeit.