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Cusanushaus Bernkastel-Kues nach zweijähriger Bauzeit wiedereröffnet

Wiedereröffnung : Frisch renoviert und wiedereröffnet – warum das Cusanushaus in Bernkastel-Kues mehr sein will als ein reines Museum

Vom Ausstellungsgebäude zum barrierefreien Haus für viele Zwecke: Das Geburtshaus von Nikolaus von Kues ist nach fast zweijähriger Renovierungszeit wiedereröffnet worden.

Fast zwei Jahre war das Cusanus-Geburtshaus am Kueser Nikolausufer eine Baustelle. Doch dies ist vorbei: Das Geburtshaus des wohl bekanntesten Sohnes der Stadt ist am Freitag bei einem Festakt offiziell wiedereröffnet worden.

Rund 450.000 Euro seien in die Renovierung und den Umbau geflossen, sagt Wolfgang Port, Stadtbürgermeister von Bernkastel-Kues. 60 Prozent davon seien durch die Leaderförderung finanziert worden, ergänzt Pressesprecherin Bianca Waters.

Cusanushaus soll mehr sein als reines Museum

Im Mittelpunkt der Sanierung stand der Gedanke, das Cusanus-Geburtshaus barrierefrei zu gestalten. Kein leichtes Unterfangen bei dem denkmalgeschützten Gebäude, meint Port. „Die Planung eines Aufzuges war sehr aufwendig“, sagt er mit Verweis auf das Alter des Hauses und die Auflagen der Denkmalpflege. Neben einem Aufzug sind eine behindertengerechte Toilette (Port: „die schönste in Deutschland“) geschaffen und eine Kleinküche eingerichtet worden. Zudem wurden der Turm des Anwesens neu gedeckt und das Innere und Äußere des Hauses einem Anstrich unterzogen. Insgesamt sei das Haus jetzt für Senioren besser zugänglich und nutzbar, freut sich der Stadtbürgermeister.

Dazu wurde das Geburtshaus von einem reinen Ausstellungsgebäude, in dem das Leben des Nikolaus von Kues dokumentiert und beschrieben wird, um einen weiteren Zweck erweitert. „Es wird jetzt als Museum und als Begegnungsstätte geführt, was zu einer Belebung des gesamten Gebäudekomplexes führt“, freut sich Port. Während die Senioren das Haus am Vormittag nutzen, könne es nachmittags für Museumsbesucher geöffnet werden. Neben Abendveranstaltungen seien auch Seminare, Volkshochschulkurse und standesamtliche Hochzeiten in den Räumen möglich.

VG-Bürgermeister Wächter betont den Bildungscharakter des Cusanushauses

Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, sagt, das denkmalgeschützte Geburtshaus von Nikolaus von Kues gehöre zu den bekanntesten Gebäuden in der Moselstadt. Die Wiedereröffnung des Geburtshauses und die damit verbundenen zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten bildeten eine von den Entscheidungsträgern gewünschte Einheit im Spektrum der zukünftigen Nutzung. Denn diese erfolgt auch durch die Kurse der Volkshochschule, die die Kurse der ehemaligen Senioren-Akademie aufgenommen hat und dort unter dem Begriff „Seniorenakademie in der VHS“ laufen. Bereits vor der Renovierung seien im Geburtshaus Kurse angeboten worden. Dies werde jetzt fortgesetzt. Die außerschulischen Bildungseinrichtungen zu bündeln, sei das gemeinsame Ziel der Stadt und der VG gewesen. „Meine Freude mischt sich mit großem Stolz, dass wir es mit vereinten Kräften und Aufgeschlossenheit geschafft haben, ein solches Ziel zu verwirklichen und dabei das Geburtshaus im Sinne von Nikolaus von Kues nachhaltig beleben. Ich sehe die Ausgaben in Bildung nicht als Kosten, sondern als Investitionen“, unterstreicht Wächter die Bedeutung des Hauses. Zudem verfüge die Stadt Bernkastel-Kues nunmehr über eine einzigartige Begegnungsstätte – nicht nur für die ältere Generation. Die geschaffene Barrierefreiheit ermögliche allen Menschen die fast uneingeschränkte Nutzung des Geburtshauses von Nikolaus von Kues. Schon immer habe die Stadt ihre Identität auch aus ihrem kulturellen und historischen Erbe geschöpft. Wächter: „In der Besinnung auf die Ursprünge führt dieses Haus unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen“. Es solle für alle Besucher ein Ort der Einheit in der Vielfalt werden.

Museumsleiter Gerhard Kluth sagt, die Einschränkungen während der Bauarbeiten hätten sich im Rahmen gehalten. Vieles habe man auf dem kleinen Dienstweg erledigen können, so dass beispielsweise Sprachkurse nicht durch Bohrhämmer übertönt worden seien. Zudem warf Kluth, der in dem Gebäude auch wohnt, in seiner Rede einen humorvollen Blick auf die Anekdoten rund um die Bauarbeiten. So habe das Gerüst umgebaut werden müssen, damit er noch in seine Wohnung habe kommen können, berichtet er.

Pastor Moritz hat das Haus gesegnet. Die Feier wurde musikalisch begleitet von Anne-Rose Terebesi.

 Das Cusanus-Geburtshaus ist mehr als nur Museum.
Das Cusanus-Geburtshaus ist mehr als nur Museum. Foto: TV/Stadt Bernkastel-Kues

Die Ausstellung im Cusanus-Geburtshaus ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag.