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Dank Windrad-Pacht: Neue Optik für Friedhof und Dorfplatz Merschbach

Dorfentwicklung : Friedhof und Dorfplatz in neuer Optik

In Merschbach hat sich das Ortsbild an zwei zentralen Stellen deutlich verändert. Was Windräder damit zu tun haben und warum ein Projekt unter der akuten Auslastung der Handwerksbetriebe leidet.

In neuer Optik erscheint am Merschbacher Ortseingang der frisch sanierte Friedhof. Die Hecken, mit denen der Friedhof einst eingefasst war, sind verschwunden. Stattdessen werden die Gräber von einer Friedhofsmauer aus Gabionen mit Natursteinen umfasst. Zwischen den Gabionen erlauben verzinkte Zaunelemente einen Blick von der Straße auf die Grabfelder. Lediglich am Eingang und an den Ecken stehen gemauerte Elemente aus Naturstein.

Der Eingang ist jetzt von der Straße zur Seite hin verlegt worden. Dadurch fallen die bisherigen Stufen weg, so dass das Betreten des Friedhofs barrierefrei möglich ist. Zudem sind die Wege auf dem Friedhof gepflastert.

Die Rückseite des Friedhofs ist mit Gabionen gestaltet, die mit Schiefer gefüllt sind. Und auch die Leichenhalle hat eine neue Treppe bekommen „Ich habe bisher nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Ortsbürgermeisterin Iris Hornberg. Ganz fertiggestellt ist der Friedhof noch nicht. Auf den gemauerten Säulen fehlen noch die Abschlusssteine auf der Oberseite. An die Treppe der Leichenhalle muss noch ein Geländer montiert werden. Die Holztür zur Halle erhält noch einen neuen Anstrich. Und auch der frisch geschotterte Parkplatz, der laut Hornberg vorher total abgefahren war, muss noch freigegeben werden.

Aber nicht nur der Friedhof, auch der Dorfplatz in Merschbach zeigt sich nach einer Rundum-Sanierung in neuer Optik. Auch dort hat sich die Ortsgemeinde für eine Mauer aus hellem Naturstein entschieden. Auf einen Brunnen wie bisher verzichtet die Gemeinde, weil dieser sehr pflegebedürftig sei, sagt Hornberg. In zwei Einbuchtungen werden noch Bänke an der Mauer befestigt, vier Pflanzkübel sorgen für das Grün auf dem Dorfplatz. Wie am Friedhof fehlen noch Abdeckungen auf den Mauern, die in Kürze aber aufgesetzt werden sollen.

Anders sieht es mit dem Buswartehäuschen aus, das am Dorfplatz die wartenden Fahrgäste vor Niederschlag schützen soll. Hier machen sich offenbar der Handwerkermangel und die gute Auftragslage bei den Betrieben bemerkbar. Denn bisher sei dafür kein Angebot eingegangen, sagt die Ortsbürgermeisterin: „Es kann sein, dass wir im Winter ohne Häuschen dastehen“, bedauert sie.

„Es war dringend notwendig, dass hier was passiert ist“, ist die Orts­chefin überzeugt. 40 bis 50 Jahre sei nichts Wesentliches am Ortsbild gemacht worden. Durch die Einnahmen aus der Windenergie – zwei Flächen hat die 65 Einwohner zählende Ortsgemeinde dafür verpachtet – sei dies jetzt möglich geworden. Für die Arbeiten am Dorfplatz und dem Friedhof seien 273 000 Euro an Kosten veranschlagt. Zwar fehle die Endabrechnung noch. Jedoch gehe der Architekt davon aus, dass der Rahmen eingehalten werde, sagt Hornberg.