Dann bitte gar nicht!

Zur Debatte um den Bau der B 50 neu meint dieser Leser:

Selbst wenn es den Tatsachen entspräche, dass - wie Herr Jansen schreibt - schon fast ein Drittel der Kosten für den Bau der B 50 neu ausgegeben wurde, würde jeder normale Mensch in ähnlicher Situation "auf die Bremse treten" und schlechtem Geld nicht noch gutes hinterher werfen.

Warum ist das für das Gros der Politiker keine Thema? Natürlich bedauern auch wir, dass für das Teilstück der B 50 von Platten nach Longkamp schon Geld ausgegeben wurde, wenn auch lange nicht so viel wie Herr Jansen schreibt, denn 60 Millionen Euro entfallen auf das Teilstück vom Autobahnkreuz Wittlich bis Platten. Aber ist das unsere Schuld? Sind wir dafür verantwortlich, dass nicht das erste Teilstück - dessen Spatenstich vor acht Jahren stattfand - mal fertig gebaut wird, bevor es weiter geht?

Und was ist eigentlich so schlimm daran, dass unkonventionelle Vorschläge gemacht werden - ob Gartenschau, Skater- oder Sommerrodelbahn. Das sind andernorts attraktive Angebote für Gäste und Einheimische. Aber wenn das nicht ein Politiker oder gar Investor vorschlägt, darf man das als absurd bezeichnen?

Da ist das Festhalten an den überholten Plänen für die B 50 neu doch viel eher verwunderlich, obwohl jetzt auch der "Hoffnungsträger" Hahn wegzubrechen beginnt. Folgerichtig verkündet Hering jetzt nur noch einen dreispurigen Ausbau der B 50 vom Hahn nach Longkamp. Wohl deshalb gräbt Brüderle das längst widerlegte Versprechen der "vernünftigen Anbindung von Rotterdam und Antwerpen an das Rhein-Main-Gebiet" aus. Das tut richtig weh.

Wir bedauern sehr, dass es bisher nie zu einem "Runden Tisch" kam. Mit großer Enttäuschung erinnert sich die Bürgerinitiative noch an den letzten Termin im Mainzer Verkehrsministerium, wo etliche Alternativen vorgestellt wurden. Das Gespräch endete damit, dass man sich anhören musste: "Entweder bauen wir so oder gar nicht!" Na, dann bitte gar nicht.

Detlev Roegler, Bernkastel-Kues

STRAßenbau