Darum gibt es in Musweiler so viele prämierte Kühe

Landwirtschaft : Miss Hochwald: Darum gibt es in Musweiler so viele prämierte Kühe

In Musweiler gibt es viele schöne Kühe. Auf dem Eichenhof leben neun ausgezeichnete „Miss Hochwald“. Wie die Landwirte Matthias und Stefan Zens das geschafft haben, berichten sie bei einem Volksfreund-Besuch.

Es sind wirklich besonders schöne schwarzbunte Tiere, die im offenen Stall auf dem Eichhof leben. Entspannt stehen sie da, fressen ihr Futter und lassen sich nicht stören. So mögen sie es am liebsten. Das bestätigt Stefan Zens, Landwirt vom Eichenhof: „Kühe mögen es langweilig. Sie wollen jeden Tag zur gleichen Zeit gefüttert und gemolken werden. Dann sind sie zufrieden.“ Aus diesem Trott müssen die Schönsten von ihnen aber einmal im Jahr raus, denn dann geht es nach Kell am See zur Kirmes, an der montags eine große Tierschau mit Prämierung ist. Seit 2004 haben neun Kühe vom Eichenhof hier den ersten Platz gemacht, darunter waren: Eritrea (2004), Elite (2005), Mascara (2012) Lancia (2016), Goldmine (2018) und Fergie in diesem Jahr.

Wie es zu einer solchen Erfolgsserie gekommen ist, wissen die beiden Brüder Stefan und Matthias Zens selbst nicht so genau. Sie meinen, dass sich die Arbeit tagein und tagaus bezahlt macht. „Die Tiere haben Liegeboxen, können, wann immer sie möchten, auf die Wiese. Sie werden ganz normal gepflegt, geschoren, wenn der Fellwechsel ist und bekommen ihre Klauenpflege“, so der Landwirt.

Was die Brüder haben, ist einen guter Blick auf ihre Tiere. Sie sehen die Kühe im direkten Vergleich untereinander, sehen die Veränderungen am Körperbau und Euter nach dem Kalben und wissen, worauf die Preisrichter achten. „Man muss für jede Kuh den richtigen Zeitpunkt haben. Nach dem ersten Kalb sind sie beispielsweise oft mager, weil sich der Stoffwechsel umstellt. Das muss man wissen und sehen, wenn man auf eine Schau geht.“

Dabei geht es bei den Tierschauen nicht um Äußerlichkeiten, wie das Muster vom Fell oder die Beschaffenheit der Ohren. Was hier bewertet wird, sind die Merkmale einer Kuh, um Leistung zu bringen. Dazu gehört beispielsweise der Bewegungsapparat, damit das Tier zum Futter und auf die Wiese gehen kann. Dazu gehören die Füße, Beine und Klauen, auch das Euter spielt eine wichtige Rolle. Die Milchleistung selbst gehört nicht zur Bewertung, „aber erfahrene Preisrichter sehen, ob die Kuh viel Milch gibt“, weiß Stefan Zens.

Eine große Sonderbehandlung bekommen die Tiere, die auf die Schau gehen nicht. Sie werden zwar einen Tag vorher gewaschen und geschoren, aber sie kriegen kein besonderes Essen oder Spezialshampoo.

Die Brüder Zens nehmen an den Tierschauen in Kell am See teil, weil sie mit ihrem Betrieb schon immer mitgemacht haben, sie sich mit Kollegen austauschen können und weil es auch bei der Vermarktung hilft. Stefan Zens berichtet: „Wenn man hier regelmäßig erfolgreich ist, ist das auch für unser Image gut. Die anderen Landwirte wissen dann, dass wir sehr gute Tiere haben.“ Stolz sind die beiden Landwirte, dass sie schon einmal bei einer nationalen Schau in Osnabrück vorne mit dabei waren und eine Kuh von ihnen in Oldenburg auf der Schau gewonnen hat.

Insgesamt leben auf dem Eichenhof 115 Milchkühe plus Kälber und weibliche Kühe, so dass es insgesamt 240 Stück Vieh sind.