Das 68. Wein- und Heimatfest in Reil stand im Zeichen eines besonderen Kunstprojektes.

Kunstprojekt : Familie, Weinberge, Dialekt: All das bedeutet für Reiler Heimat

Das 68. Wein- und Heimatfest in Reil, zum dritten Mal unter dem Motto „Wein am Fluss“ präsentiert, hat mit seinem Standort in den Moselanlagen und einem ausgefallenen  Programm gepunktet. Die neue Ortsbürgermeisterin Elke Schnabel  zeigte sich beeindruckt vom  Reiler Programm: „Wein am Fluss – das ist ein Fest für unser Dorf.

Einheimische und Gäste können sich hier gleichermaßen wohlfühlen und das Ambiente des Festgeländes und unser schönes Moseltal genießen.“
Begonnen hatte das Fest mit der Weinpräsentation des 2018er Jahrgangs. 13 Reiler Spitzenweingüter und ein Gastwinzer aus Rheinhessen kredenzten ihre Weine.

Der Festumzug mit vielen Weinhoheiten begeisterte die Reiler und deren Gäste. Die neue US-Weinbotschafterin Courtney Thompson und der neue Reiler Teufel Henrik Barzen wurden in ihre Ämter eingeführt.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Reiler Kultur. Die Besucher erlebten unter freiem Himmel eine individuell gestaltete Mundartmesse. Für die Kinder wurde ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm geboten. Viele Ehemalige der Reiler Winzertanzgruppe führten ihre alten Tänze vor. Reiler Musikvereine, die Tanzgruppe InBalance, der Trarbacher Gefangenenchor und die „Hot Stones“ aus Reil rundeten das Kulturprogramm ab.

Der  Themenschwerpunkt war der „Heimat“ gewidmet. Der Kultursommer Rheinland-Pfalz finanzierte das Kunstprojekt „Heimat ist für mich...“, bei dem zehn Reiler Bürger im Mittelpunkt standen: Alteingesessene, junge und zugezogene Bürger, die, die schon immer in Reil leben, und solche, die Reil als ihre Heimat neu für sich entdeckt haben.

Initiiert wurde das Kunstprojekt von der ersten Beigeordneten Dagmar Barzen, gemeinsam mit den  Künstlerinnen Dorothee Herrmann, Dagmar Kassner-Dingerdissen und Maria Hill sowie dem Winzer Harald Steffens. Die zehn Bürger wurden fotografiert und zum Thema „Heimat“ befragt. Abgebildet auf zehn Bannern waren unter anderem mit 96 Jahren die älteste Bürgerin des Ortes, Irmgard Kuhn, sowie das Kindergartenkind Erik mit gerade mal fünf Jahren. Eine Jungwinzerin, der Bäcker und die Küsterin der Gemeinde waren Teil des Kunstprojektes ebenso wie ein aus Italien stammender Gastronom und eine Grundschülerin. Sie alle vereint ein gutes Gefühl: Familie, Freunde, Mosel, Weinberge, die Sprache und der Dialekt.

Die meisten möchten sich ein Leben ohne die Mosel nicht vorstellen. Und deshalb war auch auf allen Fahnen der Mosellauf und Reil zu sehen. Auf den Bannern waren zwei bis drei individuelle Aussagen zum Thema „Heimat“ zu lesen.

„Wir wollten diesem schönen Fest einen neuen kulturellen Impuls geben“, so Dagmar Barzen. „Genau das ist gelungen. Die Besucher spazierten an den Bannern entlang, waren neugierig und kamen ins Gespräch miteinander.“

Beim dreitägigen Heimatfest hat sich die Reiler Bevölkerung intensiv engagiert: von den Kuchenspenden bis zur Moderation.

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