Das 73. Heft des Hunsrückvereins Morbach zur Hunsrücker Geschichte ist erschienen

Geschichte : Glückliche Hühner und Obst-Art

Die neue Hott ist erschienen. Das 73. Heft der Zeitschrift des Hunsrückvereins Morbach zur Hunsrücker Geschichte und Gegenwart bringt als Titelbild die glücklichen Hühner von Ilse Neu aus Horbruch.

Brunhilde Gorges erzählt in dem Text „Die Gluck muss gestülpt werden!“ von Ilse Neu, die ihre „glücklichen“ Hühner noch auf althergebrachte Weise hält und geradezu liebevoll betreut. Wer wissen möchte, was es mit dem „Stülpen“ auf sich hat, kann es in der neuen Hott nachlesen.

Die Reihe der Dorfporträts aus dem Mark Thalfang beschließt Elmar P. Ittenbach mit dem zweiten Teil des „Dorfporträts Thalfang“ unter dem Thema „Das gibt es nur in Thalfang!“

Auf sieben Seiten geht es um „Alleinstellungsmerkmale“ des Ortes, der sich in vielerlei Hinsicht von ähnlich großen Dörfern unterscheidet.

Neben dem außergewöhnlichen Kreisel gibt es unter anderem  einmalige Vereinsaktivitäten, eine kulturelle Stiftung und  besondere Tourismusangebote. Als historisch einmalig wird auch die besondere jüdische Geschichte und Gegenwart von Thalfang präsentiert. Auch ein Selbstporträt ist in diesem Heft zu finden: Der Hobby-Maler Hermann Wurzel aus Lückenburg schildert seinen Werdegang unter der Überschrift „Ein Selbstporträt in Bildern“.

Brunhilde Gorges hat sich auch mit dem Wandel des Obstanbaus in der Region beschäftigt: „Vom Bungert zum ObstArtWeg“. Überhaupt finden sich viele Artikel, die vom Alltagsleben im Hunsrück in früherer Zeit berichten. Da geht es zum Beispiel um die „Scharfschmear“, einen ungewöhnlichen Brotaufstrich, oder um die „Orwesse“, die Speisereste, die zu vermeiden waren oder aber für eine weitere schmackhafte Mahlzeit hergerichtet wurden. Besonders ausführlich schildern die Erinnerungen von Hildegard Erz aus Odert das kleinbäuerliche Landleben vor 85 Jahren. Bemerkenswert sind die beiden Gedichte, die sie bei der Primiz ihres Cousins in Heinzerath 1933 aufsagte, denn sie vermitteln einen  Einblick in das katholische Milieu und die herausragende Stellung eines Priesters, heute kaum mehr vorstellbar. Brunhilde Gorges erzählt anschaulich von ihrer Blinddarmoperation 1967 im Morbacher Krankenhaus und macht deutlich, wie sehr sich auch die medizinische Betreuung auf dem Land seitdem verändert hat.

Das Erleben von Natur und Landschaft nimmt in diesem Heft einen bedeutenden Raum ein.

Neben dem Literatur-Tipp von Elmar Ittenbach, der die „Moselreise“ des renommierten Literaten Hanns-Josef Ortheil vorstellt, kommt auch der Morbacher Pater Bernardo wieder zu Wort. Er schildert  eine Wanderung durch das „Wildromantische Dhrontal“ bei Hunolstein, eine Strecke, die man unbedingt einmal gehen sollte.

Neben den genannten gibt es noch weitere bekannte Rubriken mit lesenswerten Beiträgen, zum Beispiel das Betriebsporträt über die Polsterei Prüm in Rhaunen oder die gelungene Renovierung eines Bauernhauses in Hundheim. Alle Artikel sind wieder  farblich illustriert und machen das Heft interessant und ansprechend.

Die neue Hott-Ausgabe ist wie gewohnt  in verschiedenen Morbacher, Thalfanger und Hermeskeiler Verkaufsstellen erhältlich. Sie kostet drei Euro.

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