1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

"Das Angebot steht noch" - Morbacher bekräftigen Fusionswunsch mit der VG Thalfang

"Das Angebot steht noch" - Morbacher bekräftigen Fusionswunsch mit der VG Thalfang

Wo der Weg der kleinen Verbandsgemeinde Thalfang enden wird ist ungewiss. Bis 2019 haben die Hochwälder Zeit, einen Fusionspartner zu finden, sonst droht ihnen im Zuge der Kommunalreform eine Zwangsfusion mit Hermeskeil. Morbach hat erneut Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Wittlich/Thalfang/Morbach. Zu klein, zu verschuldet, zu ineffizient: Die VG Thalfang soll bis 2019 mit einer anderen Verbandsgemeinde fusionieren. Mit welcher Verbandsgemeinde das passieren wird, ist indes noch völlig unklar. Der Kreistag Bernkastel-Wittlich hat sich auf seiner vergangenen Sitzung nochmals einstimmig dafür ausgesprochen, die Thalfanger in ihrem Kreisgebiet halten zu wollen. Konkret würde das eine Fusion mit der Einheitsgemeinde Morbach bedeuten. Das wäre auch im Sinne des Morbacher Bürgermeisters Andreas Hackethal. Morbach habe bereits angeboten, Fusionsgesprächen offen gegenüberzustehen. "Das Angebot steht auch jetzt noch."Kommunal- Reform


Anstoß der erneuten Diskussion war ein Antrag der SPD-Fraktionsvorsitzende Bettina Brück sagte, dass der Kreis alles dafür tun müsse, Thalfang zu halten. Denn auch der Landkreis habe etwas zu verlieren. Zieht es die etwas mehr als 7000 Einwohner aus der VG Thalfang nach Hermeskeil, Schweich oder Birkenfeld, schrumpft der Kreis Bernkastel-Wittlich. Das könnte problematisch werden, wenn im Zuge der Kommunalreform auch die Landkreise an sich unter die Lupe genommen werden. Die Neubildung eines Moselkreises könnte die Folge sein, befürchtet Brück und verweist auf das Beispiel Bitburg und Prüm, deren eigenständige Landkreise 1970 zum heutigen Eifelkreis Bitburg-Prüm zusammengelegt wurden.
Zunächst aber muss Thalfang sich entscheiden. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz hatte Mitte November angekündigt, eine Fusion von Thalfang mit der Verbandsgemeinde Hermeskeil zu befürworten, sollten die Thalfanger nicht aus eigenem Antrieb einen Fusionspartner finden. Diese Äußerung stieß bei den Kreistagsmitgliedern auf Unverständnis. Landrat Gregor Eibes verurteilte die Aussage und verwies auf ein laufendes Gutachten des Landes, das die Fortsetzung der umstrittenen Kommunalreform auf den Prüfstand stellt. "Bis das Gutachten vorliegt, sind alle gut beraten, die Füße stillzuhalten."
Achim Zender (FWG) erhöhte zuvor den Druck. "Es wird Zeit, dass Thalfang sich positioniert", sagte er. Es hinge einfach zu viel daran. Als Beispiel führte Zender die Schulinvestitionen an. Für die Sanierung der Realschule plus in Thalfang müssen voraussichtlich zehn Millionen Euro in die Hand genommen werden. Von einer entsprechenden Investition sieht der Kreis Bernkastel-Wittlich zunächst ab - bis Klarheit herrscht.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Die Verbandsgemeinde Thalfang strebt Fusionsgespräche mit Hermeskeil an. Einzelne Gemeinden innerhalb der VG streben andere Lösungen an. Heidenburg, Breit und Büdlich wollen zur Verbandsgemeinde Schweich wechseln. Dem Wunsch könnte entsprochen werden, sofern Schweich dem Wechsel zustimmt. Die wiederum zögern noch. Knackpunkt sind hier die Finanzen der VG Thalfang, die mit mehr als 40 Millionen Euro in der Kreide steht. An eben diesen Schulden müsste sich Schweich wohl beteiligen, wenn eine Fusion zustande käme. Einen anderen Wechselwunsch hegen hingegen die Thalfanger Gemeinden Malborn und Neunkirchen. Hätten sie die Wahl, würden sie eine Fusion mit der VG Hermeskeil vorziehen. Einen Anschluss an die Einheitsgemeinde Morbach streben die Gemeinden Gräfendhron und Merschbach an.Meinung

Eine Entscheidung muss her
Wohin der Weg der Thalfanger auch führen mag, langsam aber sicher müssen die Weichen gestellt werden. Das ist nicht nur für den Kreis wichtig, der will schließlich wissen, woran er ist. Das ist insbesondere auch für die Thalfanger wichtig. Die Realschule muss dringend saniert werden. Der Kreis hält verständlicherweise Geld zurück. Wer würde schon gerne zehn Millionen Euro in etwas investieren, das einem vermutlich schon bald nicht mehr gehört? s.klipp@volksfreund.de